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Stromausfall in der halben Stadt heute. Uni musste aus irgendwelchen sicherheitstechnischen Gründen geräumt werden. Jedenfalls hätte sie das sollen. Aber uns Frisisten hat niemand geräumt.

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Auch wenn das jüngste Silvesterorakel noch keinen Monat alt ist, so mache ich mir natürlich bereits Gedanken über das kommende Silvester. Passend dazu machte mich meine verehrte friesische Stammesschwester Göntje heute auf das sog. westfriesische Kartoffelorakel aufmerksam, auch das Pferdekopforakel genannt. Ich muss mich da mal genauer schlau machen.

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Ich muss mir dringend mal was überlegen für mein Namensgedächtnis. Es ist ja wirklich nicht so, dass ich die Leute selber vergesse, aber die Namen sind Schall und Rauch für mich. Ich habe neulich festgestellt, dass ich mir Menschen tatsächlich besser unter ihren Berufsbezeichnungen merken kann. Aber auf die Dauer sind die Leute nicht wirklich glücklich damit, wenn ich sie mit „Moin Pharmazeut“ und „Hallo Tischlerin“ anspreche.

(Ausnahmen sind bei mir ja bekanntlicherweise grässliche Vornamen für Neugeborene, die brennen sich unauslöschbar in mein Gedächtnis ein. Ich sage nur Finn-Meverick und Lennox-Sky.)

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In der Uni haben wir heute den von einer Laientruppe gedrehten plattdeutschen Film „Up d‘ Hund komen“ durchgenommen. Ich konnte durch Insiderwissen glänzen, der ein zentraler Handlungsort des Films ist meine alte Wirkungsstätte, die Rheiderland-Zeitung. Mein alter irrer Kollege Kai-Uwe wird sicher mit Genugtuung feststellen, dass er zum Unterrichtsgegenstand einer Uni gehört.

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Die Mädels waren heute so freundlich zu backen und so gab es zum Tee kleine Kalorienbömbchen. Zum Ende der Speisung zeigten sich dabei ein paar ganz klassische esspsychologische Verhaltensweisen: „Ein kleingeschnittener Kuchen hat weniger Kalorien als ein ganzer Kuchen“ und „Das letzte Stück hat die meisten Kalorien“.

Wie siehts eigentlich aus? Ist überhaupt wissenschaftlich bewiesen, dass es Kalorien gibt oder ist das tatsächlich eine rein psychologische Größe wie „Heimvorteil“, „Windstärke“ und „Bierpreis“?

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Es geschehen wunderliche Dinge in diesem fremden Land hier. So sind zum Beispiel jüngst große Teile der Universität unter einen recht restriktiven Denkmalschutz gestellt worden. Zum Beispiel auch dieses architektonische Kleinod:

Hässlich, ich bin so hässlich...

Wenn ich diesen Bau und den Begriff „Denkmal“ irgendwie im Geiste unter einen Hut bringen will, dann habe ich eigentlich immer nur einen strengen Architekturlehrer vor Augen, der seinen Schüler zur Strafe in die Ecke stellt und sagt „Denk mal drüber nach, was du da angerichtet hast.“

Oder das ganze soll ein Mahnmal sein, eine Art „Gelbe Karte“ für ein schweres Foul, für eine städtebauliche Blutgrätsche.

Sowas unter Denkmalschutz zu stellen, und damit zu konservieren und jegliche Veränderung zum Guten wie zum Schlechten zu verhindern, ist allerdings genau so, als würde man einen offenen Knochenbruch zur allgemeinen Ansicht in Kunstharz einfassen.

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Als ich meinen Bruder vor Weihnachten vom Bahnhof abholte, erzählte er mir, dass der Lokführer zur Verwunderung aller die Ankunft des Zuges in Leer auf Platt angesagt hatte. Fand ich gut, hielt ich aber für den persönlichen Scherz eines gut gelaunten Einzeltäters.

Pustekuchen, das ist jetzt Politik bei der Bahn: In Ostfriesland werden die Stationen im Regionalzug nun offenbar grundsätzlich auf Platt ausgerufen.

Moi Wark. Vlicht gift dat för mi denn bold’n Bahntje bi de Bahn…

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Melde den erfolgreichen Abschluss der Jahreswechselgelagesaison 08/09, mit den Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag meines Onkels. Allein das Tiramisu-Stück zum Nachtisch hätte locker eine Großfamilie mehrere Monate ernähren können.

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Revolutionär anmutende öffentliche Meinungsäußerung eines unbekannten freisinnigen Studenten, zu finden in der gedruckten Ausgabe des Jahrgangs 1989 des internationalen Referatenorgans mit bibliographischen Hinweisen „Germanistik“, im Exemplar des Präsenzbestandes der Fachbibliothek Germanistik der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, auf der Seite 593:

scheiße

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Den Trümmern auf der Straße nach zu schließen haben meine Nachbarn in der Silvesternacht mehr Geld in die Luft gejagt als der Verteidigungshaushalt eines mittleren zentralafrikanischen Staates umfasst. Und mehr Schießpulver hatten sie auch.

Und da ich jeden Tag neue Raketen auf der Auffahrt finde, ist der Krieg noch nicht vorbei…