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Mutter und ich waren heute in Hamburg unnerwegens. Da wir beide dort nicht allzu ortskundig sind, fragten wir kurzerhand eine Verkaufskraft im örtlichen Kiosk, wie man denn am besten zur Speicherstadt kommt. Der gute Mann war allerdings nicht sonderlich hilfreich. Er könne uns nich helfen, sagte er, denn er sei immer nur in Hamburg. In Speicherstadt sei er noch nicht gewesen.

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Ich hörte heute im Bus jemanden offenbar ernsthaft feststellen, sie sei „Queen of da Block“. Das meinte ihr gegenüber kontern zu müssen mit „Ich bin dafür King of the Cock“.

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Kaum ist man wieder in Kiel, geht das alte Elend wieder los. Die ganze Nacht wird man von ausdauernd grölenden, kreischenden und flaschenzerdeppernden Massen auf der Straße wachgehalten. Der Höhepunkt war dann in den Morgenstunden, so etwa gegen 6 Uhr erreicht. Der allgemeine Lärmpegel war gerade etwas zurückgegangen, als sich plötzlich irgendjemand minutenlang lautstark auf der Straße übergab. („Schreikotzen“ würde Hannes das nennen.)

Ich dachte schon, der Mann kommt um da draußen vor Kotzerei. Aber ich muss gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt keinen Funken Mitleid dafür gehabt hätte, wenn er seine Innereien über die Straße verteilt hätte.

Gekrönt wurde das Ganze anschließend wo den Reinigungsfahrzeugen, die dann Ewigkeiten lautstark ihre Runden dreht, um die Straße noch vor dem gefühlten Sonnenaufgang wieder blitzblank zu haben. „Die Stadt schläft nie“, heißt es ja immer so poetisch. Aber das liegt schlicht und ergreifend daran, dass jene Stadtbewohner, die gerade nicht schlafen, alles menschenmögliche tun, um den Rest auch noch wachzuhalten.

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Ich weiß nicht, ich muss irgendwas komisches gegessen haben die letzten Tage. Oder der Mond steht im achten Haus des Wassermanns oder so. Jedenfalls träume ich ganz sonderbar die vergangenen Nächte.

Vorletzte Nacht habe ich zum Beispiel geträumt, dass ich geträumt habe, dass ich auf dem Weg mit dem Auto nach Amrum war und in einer Bäckerei in Langenhorn zufällig meine Kusinen getroffen habe, die sich gerade von einer Hochzeit in Kopenhagen davongestohlen hatten, weil ihnen die Braut zu nuttig angezogen war.

Und letzte Nacht habe ich geträumt, dass ein Studentenkollege von mir bei Bayer Leverkusen spielte, aber von einem Fan von Roter Stern Belgrad totgeschlagen wurde und deswegen nicht zu meinem Geburtstag kommen konnte.

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Käse aus Blankenese

Doppelt Gouda läuft voraus
Auch der Brie ist in the house
Und am Schluss der Polonaise
läuft ganz fesch der Ofenkäse

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A (enthusiastisch): „Wer hat den dümmsten Freund der Welt?“

B (schaut abschätzend ihren Freund an): „Naja, den dümmsten vielleicht nicht, aber in den Top10 ist er auf jeden Fall…“

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Vadder wurde beim Zahnarzt als Anästhesieversager bezeichnet, weil seine Behandlung trotz zahlreicher Betäubungsspritzen wegen seiner Schmerzen abgebrochen werden musste.

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Seit ner halben Stunden singen extatische junge hippe Christen auf dem God Channel monotone Lieder und wiederholen immer wieder die gleiche Zeile für ein paar Minuten. Aber selbst das vertreibt meine Schlaflosigkeit nicht.

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Ich hörte neulich, dass der Verzehr von Cashew-Kernen in Verbindung mit Biergenuss eine äußerst stimmungsaufhellende Wirkung haben soll (wegen gesteigerter Serotoninproduktion oder sowas).

Ich bin kein Mediziner, aber meines Erachtens ist Bier alleine bereits ausreichend zur Stimmungsaufhellung.

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Ich bekam heute eine Postkarte von unserer ehemaligen italienischen Erasmusstudentin. Sie war zwar nicht lange bei uns in der Frisistik, aber wir haben sie ganz gut eingenordet, glaube ich. Sie wünschte mir nämlich „viel vor Schmalz glänzenden Grünkohl“.