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Aufgeschnappt (auf der Kieler Woche und umzu):

  • „Du bist ein Arsch, ich rede nie wieder ein Wort mit dir! Aber du rufst nachher an, ja?“
  • „Du musst nur darauf achten, dass der Typ maximal drei Jahre älter ist als du, wenn ihr fickt. Sonst kommt der ins Gefängnis.“ – „Automatisch?“
  • „Du Wockei!“ (gemeint war Weichei)
  • „Diese Deutsers. Immer nur warten warten warten.“
  • „Marseille? Dreckig, aber geil!“
  • „Praktisch ist auch dieser Pfefferminzschnaps. Wenn du die ganze Nacht gesoffen hast und morgens zur Arbeit musst, dann trinks du davon noch drei und es ist, als hättest du die Zähne geputzt.“

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Wir hatten heute eine Unterredung im hiesigen Landtag zum Thema Minderheitenpolitik. So weit, so gut. Aber zum Glück war ich nicht der einzige, der ein wenig irritiert war, als die CDU-Abgeordnete uns am Ende noch auf eine Ausstellung in den Räumen ihrer Fraktion hinwies, die den etwas wunderlichen Titel „Konsum macht frei“ trug…

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Aber ich habe auch gutes vollbracht vergangenen Abend und bin sprachpflegerisch tätig geworden. Unsere westfriesischen Freunde können alle ganz gut deutsch und haben auch so ihre Lieblingswörter. Da ist zum einen „Quatsch“, zum anderen benutzen sie mit großer Freude das Wort „geil“.

Die Gelegenheit nutze ich, um ihnen den Samen eines vom Aussterben bedrohten Wortes zu pflanzen, das sie nun in die Welt hinaustragen können: „Affentittengeil“. Sie waren begeistert.

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Oh, und dann gibt es ja auch noch die Variante, dass zwar genau überlegt hat und weiß was man sagen will, es aber dann vollkommen bekloppt in Worte kleidet. Da kann auch Finsteres bei rauskommen. So geschehen zum Beispiel gestern Abend. Peinliche Angelegenheit.

Wir waren auf dem Weg zur Kieler Woche und kamen am Rotlichtviertel der Stadt vorbei und unsere westfriesischen Spießgesellen machten spaßeshalber Anstalten, doch lieber in die Peepshow gehen zu wollen als an den Hafen. Ich wollte dieses Ansinnen wortgewandt abschmettern, indem ich (mit meiner patentierten Mischung aus Galanterie und Schmierigkeit) darauf hinzuweisen gedachte, dass es sich nicht lohne Geld für so etwas auszugeben. Wir hätten mit der uns begleitenden jungen Dame doch eh schon die bestaussehendste Frau dabei, und das würde uns auch noch nicht einmal was kosten.

Ja, das wollte ich ausdrücken. Aber was hab ich dann tatsächlich gesagt? „Nee, wir haben doch Göntje. Die sieht besser aus und ist billiger.“

Das gab ein Donnerwetter…

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Ich und mein loses Mundwerk. Irgendwann wird mir das noch mal zum Verhängnis, wenn ich mal wieder erst rede bevor ich denke oder – schlimmer noch – irgendwas sage, was ich eigentlich nur denken wollte.

In diesem Fall konnte mir nicht viel passieren, aber das kann ja auch mal anders kommen. Und zwar schlenderte ich in der milden Abendsonne durch die Straßen Kiels und wurde schließlich von hinten angerempelt, und zwar von einer vollschlanken Joggerin mittleren Alters. Das Joggen hatte ihrer Laune wohl nicht gut getan, anders ist nicht zu erklären, warum sie mich anblaffte und schimpfte und so all. Schließlich hatte sie mir Böses getan und nicht umgekerht.

Sowas kann ich natürlich nicht gut ab, also rief ich ihr postwendend hinterher, sie solle demnächst halt laut trompeten, wenn sie mal wieder von hinten angaloppiert käme.

Das tat mir dann leid hinterher. Aber zum Glück hatte sie keine Knarre dabei.

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Eine Freundin sah Fotos von meinem westfriesischen Spiegesellen. „Wer ist das denn? Ist der Niederlnder?“ fragte sie. Ich bejahte etwas verwundert und fragte, woraus sie das allein aufgrund eines Fotos schlieen knne.

„Wegen der roten Hose. Sowas tragen nur Niederlnder.“

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Die neue Flagge, die der Interfriesische Rat jüngst angenommen hat, ist wahrhaftig keine Schönheit (man nannte sie schon „die Dartscheibe“). Aber ich bin trotzdem irgendwie froh, dass der Rat sich bewusst für eine moderne Variante und gegen die konventionellen oder gar historischen Vorschläge entschieden hat.

Interfriesische Flagge

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Im Studium bekommt man ja im ersten Semester von offizieller Seite einen ganzen Stoß unverwüstlicher und ewig gültiger Grundsätze mit auf den Weg, die dann so nach und nach wie Kartenhäuser in sich zusammen fallen. Jüngstes Opfer: „Egal was man euch sagt und welche Auskunft man euch gibt, letztendlich gilt nur das was in der Prüfungsordnung steht.“ Nicht einmal das stimmt offenbar.

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Sonderbare Sitten. Als ich heute eine Infobroschüre zur anstehenden Wahl der Uni-Gremien durchblätterte, da fiel mir auf, dass ein mehr oder weniger Spitzenkandidat einer Liste als Studienfach „Friesisch“ angab. Das kam mir spanisch vor, hatte ich die Person doch noch nie gesehen bei uns. Und so viele sind wir in der Frisistik weiß Gott nicht, als dass mir da jemand komplett durch die Lappen gehen könnte. Auch ein Nachfragen bei den Dozenten ergab nur ein „Kenn wa nich“.

Also forschte ich nach. Auf der offiziellen Seite der Hochschulgruppe nix zu finden. In einschlägigen Social Networks dafür umso mehr. Dort ist angegeben, dass die Person das Studium bereits abgeschlossen hat. Sollte sich da jemand, um seine Hochschulpolitische Karriere fortsetzen zu können, einfach für irgendwas eingeschrieben haben, wo man sich dann eh nich blicken lässt? Ist das wohlmöglich vollkommen üblich in der Branche? Oder ist das nur das Referendariatsloch, für das man ein möglichst albernes Fach zum Überbrücken sucht um noch ein wenig im StuPa rumgeistern zu können? Gefällt mir nicht. Gefällt mir alles ganz und gar nicht.

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Am vergangenen Sonnabend war das Treffen zum 10jährigen Jubiläum meines Abiturjahrgangs. Die Veranstaltung hatte ich ja von ein paar Tagen bereits im Voraus geträumt. Daher bekam ich auch einen furchtbaren Schrecken, als jemand aus Spaß fragte, ob den alle Leute auch Gedichte zum Vortragen vorbereitet hätten.

Jedenfalls waren zuerst einmal in der alten Penne. Da durfte ich zum ersten Mal auf den Turm. Das wollte ich mir trotz meiner Höhenangst nicht entgehen lassen. Als aber der uns führende Lehrer betonte „Auf eigene Gefahr“ und ich schließlich das morsche Gebälk zum Turm hinauf kraxelte, kam es mir auf einmal nicht mehr wie so eine gute Idee vor. Aber ich habs dann doch lebendig wieder runter geschafft. Heiner war da konsequenter, der sagte, dass so ein hoher Turm nicht sein Element wäre. Ihm sei die Grasnarbe des Fußballplatzes hoch genug.

Der Rundgang durch die Schule führte uns auch durch die sog. Mensa. Das war früher mal meine Cafeteria, wo ich eifersüchtig über mein Sofa wachte. Und jetzt gibts da gar kein Sofa mehr. Ein ehemaliger Mitschüler attestierte dem Raum den Charme eines Gefängnisspeisesaals.

Dann konnten wir unsere Abiklausuren raussuchen und mitnehmen. Für mich barg das keine Überraschungen, weil ich die vor 9 Jahren bereits einmal eingesehen hatte. Andere waren aber gelegentlich nicht so begeistert von den Gutachten, die ihre damaligen Lehrer den Klausuren beigefügt hatten.

Temmos Abiklausuren

Abends gabs dann ne kleine Feier. Da war dann Gelegenheit für allerlei nostalgisches Gedankengut, wie unsere alte Fahrgemeinschaft. Hilko, der zwischendurch hinzustieß, entdeckte gar ein altes Werbeplakat seines Abijahrganges. Das wurde wohl aufgehängt, weil es für die Weihnachtsfeier im Jahr 1999 warb. Allerdings waren wir 99er zu Weihnachten bereits weg vom Fenster…

Nebenbei gab es viel zu lernen. Zum Beispiel dass der Goldpreis steigt, dass selbst BUND-Mitglieder nicht wissen, was BUND heißt, dass ich angeblich in Amerika war, dass Gerjet zwei halbe Portionen ist, dass ein misslungenes an die Schule gesprühtes Pentagramm eine neue Rektorin aus den Niederhöllen hervorgelockt hat, dass Richterinnen nichts unter ihrer Robe tragen und dass insgesamt gesehen die Haarpracht meines alten Jahrganges ziemlich zurückgegangen ist. Aber nicht bei mir, ich werde nur grau.

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In der vergangenen Nacht (bzw. dem vergangenen Schlafzyklus) war irgendwie alles durcheinander und sonderbar. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich mich heute morgen (bzw. nach dem endgültigen Erwachen) an sage und schreibe drei unterschiedliche wirre Träume relativ klar entsinnen konnte. Und die will ich euch in zumindest knapper Form nicht vorenthalten.

1. Das Einkaufswunderland

Ich bin mit einem Haufen Bekannter (alles Frauen) in einen silbernen Opel Rekord gepfercht und fahre an den Niederrhein. Denn da gibt es einen Freizeitpark, in dem sich nur Einkaufsläden befinden, Einkaufsläden aller Art. Und alle haben Schlussverkauf, rund im die Uhr, das ganze Jahr. Mich hat man offenbar mitgenommen, um Tüten zu schleppen.

Im Laufe des Traumes geht es durch zahlreiche verschiedene Shops. Schließlich werde ich mit zwei Kartoffelsäcken beladen zurück zum Opel geschickt. Dieser ist aufgebrochen und meine guten MBT Schuhe wurden entwendet. Der Dieb sitzt aber in einem Kleinwagen nebenan und ich werfe ihm einen Kartoffelsack an den Kopf und hole mir meine Schuhe wieder.

2. Zehn Jahre Abitur

Ich träume sozusagen das am kommenden Wochenende stattfindende Treffen meines alten Jahrgangs zum zehnjährigen Abi-Jubiläum im Voraus. Ganz bizarr. Denn zunächst bereite ich mich mit ein paar Kollegen in einem kleinen Haus irgendwo hinter Hesel-Hörn auf das Treffen vor. Das Haus können wir trotz schönsten Sonnenscheins nur auf Langlaufski durch eine große Schlammfläche verlassen. In dem Haus schmieden wir irgendwelche finsteren Pläne und spielen Gesellschaftsspiele.

Dann steht das Treffen an, und zwar in einer großen Turnhalle, die an einem Fehnkanal steht. Sonderbar ist, dass nicht nur alte Abikollegen da sind, sondern auch allerlei andere, die ich so kenne. Unter anderem meine Eltern, mein Bruder, aktuelle Studienkollegen, ehemalige Fußballkollegen und Harry Wijnvoord. Es stellt sich heraus, dass das ganze Treffen von uns zu einer Art Liverollenspiel umfunktioniert worden ist. Die einzigen, die das nicht begriffen haben, sind die Organisatoren des Treffens, die dann auch immer an den spannendsten Stellen unabsichtlich das Spielgeschehen torpedieren. Am schlimmsten ist es, als wir in der Halle gerade den Überfall der gefallenen Todesengel erwarten und just in dem Moment die Organisatoren über Megaphon verkünden, dass sich jetzt jeder umsonst einen Kaffee abholen dürfe, der ein lustiges Spaßgedicht aufsagen könne.

Da uns das auf die Dauer zu blöd wird, tauchen wir draußen in der Wieke nach Magic-Karten, mit denen Hilko dann in einem Fußballspiel die Todesengel (unter Führung von einem Dackel) fertig macht.

3. Der Bär

Dieser Traum ist irgendwie nicht ganz fertig geworden, aber er hat mir sehr gut gefallen. Und zwar besitze ich in diesem Traum einen großen schwarzen Bären. Ein sehr liebes und kuscheliges Tier, das gerne mit Wellensittichen spielt. Leider ist der Bär ein wenig ungestüm und eckt deswegen gerne mal an und macht Sachen kaputt, so wie Benjamin Blümchen. Das missfällt besonders meinem Nachbarn, dessen Garten gerne mal von dem Tier verwüstet wird und auf dessen Motorhaube der Bär gerne mal ein Nickerchen macht.

Das Maß ist voll, als der Bär einmal die Nacht friedlich schlummernd auf dem Rücksitz von Nachbars BMW verbringt. Daraufhin verzaubert der Nachbar den Bären und verkleinert ihn auf die Größe eines kleinen Hamsters, und zwei Wellensittiche entsprechend mit.

Das stellt mich vor das Problem, dass mir der Bär nun weglaufen könnte. Der Große war ja nicht zu übersehen, aber kleine huscht nun überall hin. Also baue ich ihm aus Lego eine Minibärenwunderwelt mit Wellensittichen. Aber in seinem freundlichen Ungestüm macht er dauernd was kaputt.