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Stellenangebot für einen Bereichsleiter „Recht und Ordnung“. Klingt, als sei ich mit meiner Erfahrung als Feldjäger genau der richtige Mann dafür.

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Warum auch immer, aber ich habe in den letzten Nächsten wieder mal sehr viel und intensiv geträumt. Einige Perlen meiner Traumfabrik mag ich euch nicht vorenthalten.

Mein Lieblingstraum der letzten Tage, an den ich mich leider nur sehr vage erinnere, handelte von meinem alten Kollegen Joachim. Ich wurde vor Gericht geladen, um ihn zu entlasten. Ich sollte bezeugen, dass er kein Stuttgarter sei. Er wurde nämlich zuvor aufgegriffen, als er „wie ein Stuttgarter“ Auto fuhr. Und Stuttgartern war es in diesem Traum bei Todesstrafe verboten, Auto zu fahren.

Dann auch noch eine schöne Geschichte: Eigentlich keine Handlung, sondern nur eine Art Situationsbeschreibung. Und zwar ging es um eine Art Spiel in einer urigen Kneipe. Auf einer Bühne im Schankraum hingen etwa ein Dutzend großer Saxophone von der Decke, auf die man sich draufsetzen und schaukeln und rumtuten konnte. Irgendwann aber, wenn alle Saxophone besetzt waren, kam aus dem Mundstück des Instruments ein zufälliges alkoholisches Getränk und man musste so lange trinken bis man nicht mehr konnte. Wer am längsten durchhielt, hatte gewonnen.

Der dritte erwähnenswerte Traum gefiel mir gar nicht. Fußball-WM-Endspiel. Deutschland gegen Brasilien. Deutschland bekommt aus fadenscheinigen Gründen drei Tore nicht anerkannt. Einmal zum Beispiel war der Ball im Tor, lag aber in einer Pfütze. Und der Schiri zauberte aus einem Regelbüchlein die Regel hervor, dass Tore nicht zählen, wenn der Ball in einer Pfütze liegt.

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Eine Episode aus dem Epos „Mann wohnt in Frauen-WG“: Beim Duschen an einem der zahlreich herumliegenden Damen-Rasierer geschnitten.

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Ja, sowas möchte ich lesen, wenn ich morgens die Zeitung aufschlage: Ein TV-Duell der beiden Spitzenkadidaten zur Schleswig-Holstein-Wahl wird beworben mit der Schlagzeile: „Das ‚dicke runde Nichts‘ gegen das ‚Arschloch mit Fliege’“. Da fängt so ein Tag doch gleich ganz anders an.

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Mal wieder einen denkwürdigen Vornamen für ein Neugeborenes aufgeschnappt: Merlin Bela. Die Brüder heißen dann später sicher Gandalf Rod und Miraculix Farin.

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Bürokratie. Aus Versicherungsgründen ist es mit unüberbrückbaren Formalitätem verbunden, wenn ich für meine Fahrten raus aufs Land für die Uni (Spracherhebungen und so) meinen Privatwagen nutzen will. Wenn ich das Geld, was wir alleine gestern für öffentliche Verkehrsmittel ausgegeben haben, für meine Fahrdienste in meinem Wagen bekommen hätte, wäre meine anstehende TÜV-Untersuchung bereits fast finanziert.

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Normalerweise nervt mich das regelmäßige nächtliche Herumrandalieren da draußen auf der Straße ja tierisch. Aber wenn man auch ohne diese Geräuschberieselung nicht schlafen könnte, dann kann das gelegentlich durchaus unterhaltsam sein. Man kann da manchmal richtige „Themenabende“ von machen. Wie auf Arte.

Heute Nacht präsentiert sich so zum Beispiel „Die Nacht der kreativen Auseinandersetzung“, in der ich mein Schimpfwörterrepertoire gehörig erweitern kann. (Ich wollte erst „aufbessern“ schreiben, aber das trifft es irgendwie nicht.) Neu gelernt habe ich bislang zum Beispiel Erbsenfotze, Kackschwanz, Gesichtshölderlin (???) und Mistmännchen. (Mein Professor würde über diese „blumigen Komposita“ jubilieren.)

Von gewissem Unterhaltungswert war auch das Streitgespräch, das so ein bisschen an „Ich packe meinen Koffer“ erinnerte: „Ich ficke deine Mutter!“ – „Ich ficke deine Mutter und deine Schwester!“ – „Ich ficke deine Mutter, deine Schwester und deine Freundin!“ – „Ich ficke deine Mutter, deine Schwester, deine Freundin und deine andere Schwester!“…

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Wenn man vom Dorf oder aus der Kleinstadt kommt, ist es glaub ich ganz normal, dass man in der Nachbarschaft gegenseitig Postpakete annimmt. Je größer die Stadt dagegen und je anonymer das Umfeld, umso unangenehmer kommt es einem vor, wenn die eigenen Postsendungen bei den Nachbarn landen.

Hier in Kiel geht das aber eigentlich noch, zumindest innerhalb unseres Hauses. Es gibt nicht allzu viele Parteien im Gebäude und irgendwie ist bisher alles angekommen. (Meistens landen eh eher Pakete von den anderen bei uns in der Studenten-WG, denn hier ist relativ häufig zumindest irgendjemand im Haus.)

Heute war es mal wieder so weit. Offenbar bin ich zurzeit das einzige lebende Wesen im Haus (und das auch nur, weil ich vergeblich auf die Leute warte, die mit mir hier wegen der Zimmervermietung verabredet waren). Jedenfalls kam der Paketdienst nur bei mir durch. Und da ich ein netter Mensch bin, erklärte ich mich natürlich einmal mehr bereit, das Paket für den Nachbarn anzunehmen. Und dann kam auch noch ein zweites Paket. Diesmal war es allerdings nicht für jemanden aus unserem Gebäude, sondern die Sendung war für einen aus dem Nachbarhaus, das zu dem Zeitpunkt offenbar vollkommen verwaist war.

Aber hier wird es delikat: Diese zweite Sendung war nicht einfach irgendein Päckchen, sondern eine persönliche Zustellung, bei der sich der Empfänger mit Ausweis identifizieren muss. Ich wunderte mich natürlich und fragte, ob das denn in Ordnung sei, wenn ich die annehmen würde. „Jaja“, meinte der Zusteller, „Sie müssen sich nur den Ausweis von dem Mann zeigen lassen, wenn er das Paket bei Ihnen holt.“ Achso, ja.

Das sind ja mal Sicherheitsmaßnahmen. Wer weiß, was in dem Paket drin ist. Von Größe und Konsistenz könnte es durchaus ein Kilo Koks enthalten. Mal sehen, was ich damit anfange… Oder ich weigere mich einfach, das Paket herauszugeben, weil der Ausweis gefälscht aussieht…

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Erinnert ihr euch noch an den „Böttcher“, den obersten aller Erzbösewichte? Bisher dachte man, er sei nur eine Legende, aber heute hab ich ihn gesehen.

Ich habe ihn gleich erkannt. Er hatte einen alten Anzug an, dazu weiße Turnschuhe, gegelte Haare und einen Rauschebart wie der Weihnachtsmann, dazu ein bitterböses Funkeln in den Augen. Er kam wohl gerade aus einer finsteren Ränkeschmiede, einer verruchten Räuberhöhle, einem düsteren Schlupfwinkel, der getarnt ist als Supermarkt. Ich habe mir schon immer gedacht, dass mit dem Sky-Markt hier an der Ecke was nicht stimmt. Der Laden ist nämlich von innen noch viel kleiner als er von außen aussieht, hat viele verdächtige Türen in dunkle Räume und die Hälfte der Angestellten sieht aus wie ne Straßengang auf Freigang. Der Böttcher hat allerdings einen Fehler gemacht, denn seine Tarnung als normaler Kunde war nicht glaubwürdig. Der wer kauft schon lediglich einen Liter H-Milch und eine Zitrone und sieht dabei so böse aus?

Ich verlor ihn dann aus den Augen, als er in der VHS verschwand. Was der wohl wieder ausheckt…

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Carter sitzt gedankenverloren vor ihrem Rechner, schaut dem Brennprogramm bei der Arbeit zu und murmelt gedankenverloren: „‚Auswerfen wird vorbereitet‘ – das klingt irgendwie nach Schwangerschaft.“

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Ich habe wohl beim Doktor gerade die teure Lungenfunktionstestanlage kaputt gemacht. Naja, man will ja auch was für seine Versicherungsbeiträge haben, ne.

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Nicht nur ich träume offenbar zurzeit etwas sonderbar (vergangene Nacht musste ich auf dem Fehn ein FlaK-Geschütz bedienen), sondern auch Vadder. Heute bekam ich mirnixdirnix von ihm zwei Paar quasi neuwertige Schuhe überlassen. Auf die Frage, wie er auf einmal dazu käme, wusste er davon zu berichten, dass er die Schuhe damals zwar gekauft hatte, aber sie im Nachhinein doch nicht mehr so sehr mochte. Und in der vergangenen Nacht träumte er schließlich von den Schuhen und beschloss, diese seelisch Last gleich heute noch loszuwerden. Und nun hab ich neue Schuhe.

Wenn ich ne FlaK besäße, würde ich sie jetzt auch verschenken.