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Erst buk meine Mitbewohnerin einen Kuchen und dann meinte sie, in den Schokoladenmustern den „Kalorienteufel“ zu erspähen.

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Und Apropos Mitbewohnerinnen: Irgendeine von diesen Furien hat doch tatsächlich ihre Kaffeefilter neben meine Teedose gestellt. Ich bekam vor Schreck fast einen Herzstillstand. Hier herrscht einfach noch nicht genug Zug in der neuen WG, ich muss endlich andere Saiten aufziehen!

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Meine Mitbewohnerin kam heute resigniert von ihrer Philosophie-Vorlesung nach Hause und stellte fest: „Irgendwie bin ich dümmer aus der Vorlesung herausgekommen, als ich hineingegangen bin.“

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Heute haben wir das gute Wetter genutzt und sind an den Strand gefahren. Und da sollten wir doch tatsächlich Eintritt bezahlen, um den Strand betreten zu dürfen. Aber von wegen. Wir sind Friesen, wir bezahlen doch nicht dafür, dass wir an den Strand gehen!

Nun gilt es, Friesen! Lieber tot als Sklave! Frei ist der Fischfang, frei ist die Jagd, frei ist der Strandgang, frei ist die Nacht, frei ist die See, die wilde See!

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Im Übrigen war BVB-Emma auch nicht so mordsmäßig gut auf mich zu sprechen, denn ich war unüberlegterweise in Schalke-Blau gekleidet zu der Feier angerückt.

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Alle paar Wochen soll es auch mir mal vergönnt sein, mich ein bisschen zu betrinken. Umso hinterhältiger finde ich es dann, wenn ich mir erst ein paar Bierchen genehmige und mir dann, so gegen 2 Uhr früh, erklärt wird, dass noch einige Aktivitäten anstehen, die eine gewisse Motorik erfordern, so mit Bauklötzen und um sich selbst drehen und so.

Das war sehr demütigend. Beim Spiel „Tabu“ (ihr wisst schon, das Spiel, wo man so Begriffe erklären und erraten muss) war ich hingegen nicht allein, was die Demütigung anging. Nein, ich war sogar im Siegerteam – die Männer hatten am Ende die Frauen lang gemacht. Das hatte ganz einndeutig damit zu tun, dass alle Männer ähnlich unkompliziert ticken und selbst nach gewissem Alkoholkonsum auf kompakteste Assoziationen korrekt reagieren. Wenn einer „Regina?“ sagt, dann wissen alle anderen sofort, dass sie „Regenbogen“ antworten müssen. Und wenn einer die Erklärung „Schwule französische Sahne“ liefert, dann ist allen anderen Klar, dass es sich nur um „Crème fraîche“ handeln kann (sofern er weiß, das sowas existiert).

Bei den Frauen ist das nicht so einfach. Anstelle eines kollektiven Bewusstseins, wie bei den Männern, erlangt man sogar sehr tiefe Einblicke in die wirren Gedankengänge der individuellen Person(in). Die eine soll zum Beispiel den Begriff „Ballett“ erklären, und hielt als begeisterte Fußballerin folgenden Hinweis für selbsterklärend: „Was würde ich niemals machen?“ Klare Sache, was kann das anderes sein als im Tütü rumzuhüpfen. Allerdings schallte ihr dann sofort mit der gleichen Selbstsicherheit die Antwort „Analsex“ entgegen.

Selbst bei einem denkbar dankbaren Begriff wie „Schuhe“ mussten sie sich erst durch die verschiedenen Pforten der Hölle kämpfen, bis sie auch nur ansatzweise der Lösung nahe kamen:

„Wovon haben Frauen ganz viele?“
„Probleme!“
„Nein, am Körper!“
„Pickel!“
„Nein, weiter unten!“
„Haare!“

Und ich weiß schon gar nicht mehr, welcher Begriff erklärt werden sollte, als auf den Hinweis „Womit streichst du deinen Schrank?“ die Angesprochene mit Inbrunst rief „Kommunismus!“

Naja. Um den etwas surrealen Gesamteindruck des Abends abzurunden, sei vielleicht noch erwähnt, dass auf einmal das BVB-Maskottchen Emma auf der Party auftauchte und Autogramme verteilte.

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Gallimarkt ist furchtbar langweilig, wenn er in den Ferien stattfindet. Dann kann man sich gar nicht am allmorgendlichen Parkchaos der BBS-Schüler ergötzen. Und das eher ungünstige Wetter ließ bislang auch das abendliche Parkchaos eher seicht verlaufen.

Es wird einem auch nicht die kleinste boshafte Freude gegönnt.

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Wenn sich meine drei neuen Mädels nachts auf dem Flur treffen, kommen da Gespräche wie Folgendes bei heraus:

„Eh, ich finde Chuck Norris voll gut!“ – „Ja, aber deine Mutter ist besser!“

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Jetzt wird’s langsam unheimlich: Die Omas von zwei meiner neuen und willkürlich zusammengecasteten Mitbewohnerinnen kennen sich. Und die eine Mitbewohnerin hat schon mit der Kusine meiner anderen Mitbewohnerin gespielt.

Ich bin ein Medium. Einmal mehr bestätigt.

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Ach ja. Selbst montags ist der Tag gerettet, wenn einem auf SpOn folgende Schlagzeile ins Auge fällt: „Student: Mit nacktem Hinterteil von Zug mitgeschleift“.

Da braucht man die Meldung selbst gar nicht mal Lesen und bekommt trotzdem gute Laune. Wenn man sie allerdings liest, ist sie noch besser.

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So. Die Auswechselung der Mädels in der WG ist für dieses Semester nun abgeschlossen. Ich habe es ganz intuitiv hinbekommen, dass wir zumindest für ein paar Monate eine reine Friesen-WG sind. (Man sagt mir nach, ich hätte sonderbare Kriterien für die Auswahl meiner Mitbewohner. Finde ich eigentlich gar nicht.)

Eine neue Mitbebewohnerin ist als Ostfriesin eine Landsfrau von mir. Von den beiden anderen ist die eine Nordfriesin und die andere hat zumindest einen westfriesischen Vater. Vielleicht kann man ja Fördergelder für uns beantragen oder so.

Eala frya Fresena!

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Man hofft ja irgendwie immer auf Druckfehler, wenn man in der örtlichen Zeitung die Geburtstanzeigen von Kindern mit Namen wie „Thehann“ und „Danke Celine“ entdeckt.

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Im Radio eine Schweigeminute zu übertragen, das halte ich nicht so für ein überzeugendes Sendekonzept.