Alle paar Wochen soll es auch mir mal vergönnt sein, mich ein bisschen zu betrinken. Umso hinterhältiger finde ich es dann, wenn ich mir erst ein paar Bierchen genehmige und mir dann, so gegen 2 Uhr früh, erklärt wird, dass noch einige Aktivitäten anstehen, die eine gewisse Motorik erfordern, so mit Bauklötzen und um sich selbst drehen und so.
Das war sehr demütigend. Beim Spiel “Tabu” (Ihr wisst schon, das Spiel wo man so Begriffe erklären und erraten muss) war ich hingegen nicht allein, was die Demütigung anging. Nein, ich war sogar im Siegerteam – die Männer hatten am Ende die Frauen lang gemacht. Das hatte ganz deutlich damit zu tun, dass alle Männer ähnlich unkompliziert ticken und selbst nach gewissem Alkoholkonsum auf kompakteste Assoziationen korrekt reagieren. Wenn einer “Regina?” sagt, dann wissen alle anderen sofort, dass sie “Regenbogen” antworten müssen. Und wenn einer die Erklärung “Schwule französische Sahne” liefert, dann ist allen anderen Klar, dass es sich nur um “Crème fraîche” handeln kann (sofern er überhaupt weiß, das sowas existiert).
Bei den Frauen ist das nicht so. Anstelle eines kollektiven Bewusstseins, wie bei den Männern, erlangt man sogar sehr tiefe Einblicke in die wirren Gedankengänge der individuellen Person(in). Die eine soll zum Beispiel den Begriff “Ballett” erklären, und hält als begeisterte Fußballerin folgenden Hinweis für selbsterklärend: “Was würde ich niemals machen?” Klare Sache, was kann das anderes sein als im Tütü rumzuhüpfen. Allerdings schallt ihr dann sofort mit der gleichen Selbstsicherheit die Antwort “Analsex” entgegen.
Selbst bei einem denkbar dankbaren Begriff wie “Schuhe” muss man sich erst durch die verschiedenen Pforten der Hölle kämpfen, bis man auch nur ansatzweise der Lösung nahe kommt:
“Wovon haben Frauen ganz viele?”
“Probleme!”
“Nein, am Körper!”
“Pickel!”
“Nein, weiter unten!”
“Haare!”
…
Und ich weiß schon gar nicht mehr, welcher Begriff erklärt werden sollte, als auf den Hinweis “Womit streicht Lotta ihren Schrank?” eben jene Lotta mit Inbrunst rief “Kommunismus!”
Naja. Um den etwas surrealen Gesamteindruck des Abends abzurunden, sei vielleicht noch erwähnt, dass auf einmal das BVB-Maskottchen Emma auf der Party auftauchte und Autogramme verteilte.
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