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Es braucht durchaus eine Weile, bis man sich als Mann in einer Frauen-WG seinen sozialen Rang erkämpft hat und anerkannt und respektiert wird. Aber man weiß, dass man es geschafft hat, wenn eine Mitbewohnerin sich mit den Worten an einen wendet: „Du, ich brauche mal deinen Porno-Rat.“

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Aus unserer Reihe „Ostfriesen auf Diät“.

Eine Bierbude an irgendeinem Osterfeuer irgendwo in Ostfriesland.

„Moin. Ich hätt gern Cola Light.“
„Cola Light haben wir nich.“
„Hm. Dann nehm ich Cola Korn.“

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Gelegentlich habe ja auch ich Wortfindungsprobleme. Ich schreibe an einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit und da geht es unter anderem auch um Hoden.

Ja, richtig gelesen: Hoden. Eier. Klöten. Nüsse. Samenbunker. Das Sackrattenmutterschiff.

Ja, viele schöne Wörter. Für eine wissenschaftliche Hausarbeit sind die meisten leider nicht brauchbar. Aber die ganze Zeit „Hoden“ zu schreiben, ist doof. Und „Testikel“ klingt bekloppt. Der Jägersprache habe ich nun die „Brunftkugeln“ entnommen, das ist in dem Zusammenhang des Textes vielleicht mal erlaubt. Aber ansonsten? Hoden, Hoden, Hoden. Ich kanns nicht mehr sehen.

Kennt nicht jemand noch irgendein schönes Synonym für die Familienjuwelen, das man in so einer Arbeit verwenden kann?

Edit: Wegen wiederholter Nachfrage eine kurze Erläuterung: Ich schreibe eine Hausarbeit über das mittelniederdeutsche Tierepos Reynke de vos. Im Zentrum der Arbeit steht das Kapitel, in dem der abschließende Zweikampf zwischen dem Fuchs und dem Wolf geschildert wird. Da gehts sehr unschön zur Sache. Am Ende siegt der eigentlich körperlich unterlegene Fuchs, indem er den Wolf bei den Klöten packt und genüsslich durch den Ring zerrt…

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Ich hab mal wieder neue Zahnarztstudentinnen, die mich behandeln. Sie waren sehr angetan von mir. Trotzdem war es irritierend, dass sie sich in meinem Beisein über meine körperlichen Vorzüge und Nachteile unterhielten, namentlich meinen „kleinen Mund“, meine „Riesenzunge“ und meine „cool aussehenden Zähne“. Man fühlt sich so benutzt!

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Eine meiner zahlreichen Mitbewohnerinnen weiß um Meine Vorliebe für die absurde Namensgebung bei Neugeborenen und hat mir deswegen ein onomastisches Sahnestück aus ihrer Heimat mitgebracht. Nachdem wir bislang vor allem mit allerlei Zoey-Aileens und Finn-Lennoxen herumgeschlagen haben, heute einmal en ganz furchtbares Beispiel aus der bildungsbürgerlichen Ecke der frühkindlichen Namensbestrafung. Der arme Junge „Franz Johann Joachim Maria“.

Schlimmer hat es da eigentlich nur noch seinen Bruder „Hermann Josef“ getroffen, der zeitlebens mit spontanen Assoziationen zu Hermann Göring und Joseph Goebbels wird leben müssen.

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Übers Osterwoche durfte ich meinem Bruder dabei assistieren, seinen Lego-Todesstern aufzubauen. EIn Todesstern aus Lego, wat geileres gibts es glaub ich nicht. Ein Riesengerät. In der normalen Verpackung waren nochmal vier Kartons mit Teilen, jede von der Grlößenordnung einer großen Legoritterburg oder so.

Wir haben das Ding jedenfalls mit eiserner Disziplin entgegen allen Erwartungen noch am Ostermontag fertig gestellt. Wat’n Spaß.

Eigentlich wollte ich aber auf ein interessantes Phänomen hinaus, das uns bei diesem Großprojekt aufgefallen ist. Und zwar die Anpassung der Sprache an die Bedürfnisse innerhalb kürzester Zeit. Mein Bruder meinte zunächst, das wär halt so grobschlächtige Bauarbeitersprache. Ich hingegen würde eher von einer rasch herausgebildeten gruppenspezifischen hochspezialisierten Fachsprache ausgehen (höhö, das klang schön intellektuell).

Grundvoraussetzung war natürlich die über dreißig Jahre umfassende Lego-Erfahrung, die sowohl mein bruder als auch ich mitbrachten. Das Grundvokabular war also vorhanden, jeder von uns wusste was mit Ausrücken wie „Vierer“ oder „flacher Zweier“ gemeint war.

Da aber so ein Todesstern natürlich eine Vielzahl an außergewöhnlichen Bausteinen benötigt, mussten rasch Spezialausdrücke für bestimmte Steine, Farben und Oberflächen her, um nicht jedesmal alles lang und breit erklären zu müssen. Und ich möchte behaupten, dass dieses Fachvokabular schon am Karfreitagabend vollständig herausgebildet war, ohne dass mein Bruder und ich uns gesondert hätten absprechen müssen.

Dass nun mein Bruder als Hauptaufbauer und Hüter der Bauanleitung aus seinem vorhandenen Wortschatz heraus das Fachvokabular prägen musste, gibt dem neuen Fachidiom zwar einen besonderen Stempel, inhaltlich ist es aber vollkommen lattenegal, ob man nun irgendwas aus dem Suaheli, Latein, Studentensprech oder so entlehnt. Oder eben was ganz anderes. Hauptsache wir wussten was gemeint war. Und ich wusste genau, was mein Bruder für einen Baustein suchte, wenn er einen „penisfarbigen gedödelten Zweier“ forderte…

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Im Rahmen unserer Reihe „Lektionen fürs Leben im Öffentlichen Personennahverkehr“ durfte ich heute live im Linien-Omnibus erleben, wie ein junger Spund folgende Lektion lernte:

„Sich im Omnibus auf sein Skateboad stellen ist eine Scheißidee.“