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Klischeeaction: Eine junge Dame verließ heute das gemeinschaftliche Fußballgucken, nachdem Özil ausgewechselt worden war. Ohne „den Mesut“ war das Spiel nicht mehr interessant für sie.

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Eben kam meine Mitbewohnerin vollkommen aufgewühlt ins Zimmer gestürmt und rief entrüstet: „Thomas Müller ist verheiratet? Der ist doch erst 20! Wie kann man denn…. also was soll das… man! Ich wollte den heiraten!“

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WM ist irgendwie Mist in diesem Jahr. Wenn einen sogar die Spiele der Niederländer, Engländer und Brasilianer tödlich langweilen, dann stimmt irgendwas nicht. Mit mir oder mit der WM.

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Irgendwo hier in der Straße wohnt so ein Arsch mit einer von diesen Uwe-Seeler-Tröten. Ich prophezeie, dass der irgendwann in den kommenden vier Wochen von irgendjemandem gehörig die Fresse poliert bekommt. (Alternativ wird man ihm vielleicht auch seine Tröte in die Nase schieben.)

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Ich habe ein grundsätzliches Problem mit der Gesellschaft: man findet die Cocktails, die ich mische, grundsätzlich zu stark. Man darf eben nie vergessen, dass man in der „Großstadt“ ist. Von Schnaps und Sturmflut haben die hier nur in Legenden gehört.

Meine Mitbewohnerin ist noch nicht wieder zu hause. Unangemessener Weise gefällt mir das gar nicht.

Zudem brach ein Kollege eine gute Stunde vor mir von der kleinen Feier auf, auf der wir waren. Trotzdem lief er mir auf meinem Heimweg über den Weg. Zeitloch, Umweg oder Alkohol müssen da im Spiel gewesen sein. (Oder einfach die Tatsache, dass ich einen Teil meines Heimweges in einem Großraumtaxi zurücklegen durfte.)

Im WG-internen WM-Tippspiel führe ich immer noch. Ich bin im Reigen der Nullnummern der mit den am wenigsten jämmerlichen Ergebnissen.

Auf der Straße unter meinem Schlafzimmerfenster versucht ein Mitbürger mit mangelnden Deutschkenntnissen zu rappen. Dabei entstehen Stilblüten wie: „Ich fick dir in den Krankenhaus.“ Interpretationsspielraum ist gegeben.

Der Taxifahrer eben konnte an meinem Geruch erkennen, was ich gegrillt hatte.

Eine Kommilitonin (furchtbar studentisches Wort) fürchtete, man könne sie und mich für ein Liebespaar halten. Unverschämtheit.

Eine ehemalige mehr als schlanke (= reichlich dürre) Mitstudentin hat nichts dagegen, wenn ich sie „Moppelchen“ nenne.

Und dann war da noch die sehr liebe Hündin (Boxer-Mischling mit ausgeprägtem Kindchenschema), die ich sehr mochte. Und ich dachte, sie mochte mich auch. Aber es war nur das Grillfleisch, das ich in der Jackentasche hatte. Immer das Gleiche: die Frauen wollen nur mein Fleisch.

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Fußballgucken in der Wohngemeinschaft.

Temmo (fachsimpelt): „…und die haben ein paar ganz großartige Fußballer in ihrer Mannschaft.“
Mitbewohnerin: „Und so schöne Schuhe!“

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Irgendwas muss ich an mir haben, dass ich in letzter Zeit immer wieder von alten Damen unprovoziert angesprochen werde. So auch neulich beim Einkaufen. Eine Omma dreht sich plötzlich zu mir um und sagt vorwurfsvoll: “Ich dachte dass sei Brause, dabei ist das Vodka. Das hab ich gleich wieder zurück gelegt.”

Ich sagte dazu nur etwas überrumpelt: “Die Enkel hätten sich gefreut.”