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Schön, wenn man noch mal live und in Farbe miterleben kann, dass man in der Schule seinerzeit doch etwas gelernt hat , das hängengeblieben ist. Ich erinnerte mich heute zum Beispiel schlagartig an eine verhaltensbiologische Unterrichtseinheit aus dem Biologieunterricht der 8. Klasse. Sexuelles Appetenzverhalten: Je größer die sexuelle Bereitschaft ist, desto geringer muss der Schlüsselreiz sein. Ich entsinne mich an ein Beispiel, wo man irgendeinen armen Vogel so lange alleine eingesperrt hat, bis er tatsächlich irgendwann eine zusammengeknüllte Zeitung angebalzt hat.

Aber das funktioniert in echt offenbar auch so: Kaum, dass meine Mitbewohnerinnen ihre Kerle ein oder zwei Wochen nicht gesehen haben, finden sie auf einmal alle den DHL-Mann geil. (Eine zusammengeknüllte Zeitung habe ich noch nicht getestet.)

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Nun, meine Mitbewohnerinnen haben wegen ihrer Farbmischungsschwierigkeiten dann doch den Plan verworfen, im Falle eines misslingenden Studiums Kunstmalerinnen zu werden. Stattdessen werden sie Konditorinnen. Da hat das mit den Farben zumindest funktioniert.

Spongebobkuchen

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Man kennt das ja, von wegen „Gute Nachbarschaft“ und so. Es ist doch vielmehr eher so, dass man seinen nächsten Nachbarn am wenigsten leiden kann. Das ist auf fast jeder Ebene so. Deutsche und Niederländer mögen sich nicht, Rheinländer und Westfalen mögen sich nicht, Ostfriesen mögen keine Emsländer, Rheiderländer mögen keine Fehntjer, Weeneraner und Bunder können sich nicht ab, wer aus Bunderhee kommt, kann mit Typen aus Ditzumerverlaat so gar nichts anfangen und Rhauderfehntjer vom Obenende haben es wirklich nicht so mit den Rhauderfehntjern vom Untenende.

Aber besonders schlimm muss es in dem beschaulichen Örtchen Bookholzberg bei Bremen sein. Da ist es wohl wo, dass Bookholzberg-Oben und Bookholzberg-Unten geradezu zwei verschiedene Welten sind. Wohnt man Oben grenzt es an ein Wunder, wenn man mal jemanden von Unten trifft. Man versicherte mir glaubhaft: „Wie mit der Berliner Mauer!“

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Eine Mitbewohnerin leidet unter Schimmelpanik und hat sich deswegen so’n Dingens zugelegt, das bei gefährlicher Luftfeuchtigkeit zu blinken beginnt. So weit so gut. Das führt allerdings dazu, dass man nicht mehr in ihr Zimmer gehen kann, ohne dass dat olle Teil mit seinem Geblinke loslegt. Das hat schon was von Mobbing. „Immer wenn du ins Zimmer kommst, fängt es an zu schimmeln.“

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Der schwedische Freund einer Kollegin ist mittlerweile schon ein paar Monate in Deutschland und versteht eigentlich schon ganz gut Deutsch, sogar „Moin“ beherrscht er schon. Aber als ich ihn fragte, ob er Spaß gehabt habe, konnte er mit der Vokabel „Spaß“ nichts anfangen. Seine Freundin muss ein ziemlicher Drache sein.

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Ich war gestern auf nem Blind-Guardian-Konzert. Das hat immer irgendwas sentimentales. Die Band hör ich schließlich schon seit über 15 Jahren. Und selbst damals waren die schon „alt“. Aber es hat sich in mir doch irgendwie das Bild von den langhaarigen Klischeemetallern von damals eingebrannt. So war ich dann doch etwas verstört, als nur zwei von denen so aussahen. Zwei hatten sogar ne Glatze. Und einige sahen sogar aus wie Normalsterbliche.

Das Publikum war dafür ganz nach Vorstellung. Metaller von 12 (inklusive elterliche Begleitung) bis 60. Ich bin ja nicht so mit Metal-Klamotten bestückt und hab deshalb zur Tarnung mein „Old-Gods-Of Asgard“-Shirt angehabt. Mein Begleiter hatte nicht mal das, er versuchte es mit einem alten Undertaker-Shirt.

Musik war jedenfalls geil, auch trotz King Hansis Geheimratsecken. Selbst die Vorband, Steel Wing oder so, gefiel mir ausgesprochen gut. Die sahen ein bisschen aus wie Manowar in jungen Jahren.

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Da sich ohne mein Zutun seit geraumer Zeit ein halbes Dutzend Spielekonsolen in meiner Wohnung befinden und sich zudem ungespielte Spiele stapeln, dachten wir uns hier mal, dass wir uns in die Niederungen des Spieletestens begeben und die Ergebnisse hier zur Verfügung stellen. (Wie es das halbe Internet tut.) Allerdings hatten wir weder viel Zeit noch viel Geduld. Also Trommelwirbel, Meinedamenuntäärn, hier kommt das Liveprotokoll von 15 angespielten Spielen samt fundierter Bewertung. Computerspielen für Aufmerksamkeitsgestörte.

Es geht los mit der Wii und dem Spiel MadWorld. Die Testperson muss zunächst ein Wii-Update fahren. Die Wii schmiert ab, die Testperson ist genervt. Dann geht’s endlich. „Fängt schon mal gut an wenn man mich so anspricht“. Alles schwarz-weiß, nur Blut ist rot. „Vom Look her sehr geil. Da macht es mal nichts aus dass die Wii so ne scheiß Grafik hat.“ Steuerungsanweisungen werden angezeigt. „Als ob ich mir das alles merken kann.“ Die Testperson macht Kettensägenaction. „Höhö, in der Mitte durchgeschnitten.“ Gluckst zufrieden. „Siehst du das? Wat’n Quatsch. Ist das Stumpf.“

Es geht zum nächsten Spiel, wieder auf der Wii: Bikini Zombie Slayers. Die Testperson wagt anhand des Titels schon einmal einen Vergleich zum vorhergehenden Spiel: „Das ist etwas Gehaltvolleres.“ Das Spiel beginnt. [Den gesamten Eintrag lesen…]