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Wir sind so arm, meine Mitbewohnerinnen müssen schon meine Schnapsgläser als Eierbecher zweckentfremden.

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Auf dem Dorf gibt es ja immer so verschiedenen Fraktionen. Und wenn man sich in mehren davon bewegt, hat man es nicht immer einfach. Da Vadder im Kirchenvorstand ist, kam er am Sonntagvormittag zu spät zum Spiel der Fußballmannschaft, die er trainiert. Also musste er sich bei seinem Ärger darüber, dass eine Spielerin einfach überhaupt nicht erschienen war, etwas zurückhalten.

Denn sobald er das Thema ansprach, schallte es ihm entgegen: „Du warst ja auch nicht da, du Kirchgänger!“

Merke: „Kirchgänger“ ist auf dem Fußballplatz ein Schimpfwort.

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Bei uns in der Uni hägen im Germanistischen Seminar solche Bilder herum, die eine unterschwellige, aber dennoch eindeutige Phallussymbolik aufweisen. Hätte man eher im Institut für neuere deutsche Literatur erwartet. Die haben da so ein paar Phallusspezialisten.

Phallussymbolik im Germanistischen Seminar

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An so einer deutschen Universität wird man ja – allen finanziellen Kürzungen zum Trotz – universal, zeitgemäß und praxisnah ausgebildet. Zum Beispiel wird neuerdings der Tatsache Rechnung getragen, dass man es sich heutzutage als Student ja nicht mehr unbedingt leisten kann, mit jedem Wehwehchen zum Arzt zu gehen.

Also haben wir gerade im sprachwissenschaftlichen Hauptseminar ein paar Zaubersprüche gelernt, die man notfalls mal anwenden kann, um das eine oder andere Zipperlein loszuwerden. Sehr nützlich, sowas. Warzen wird man beispielsweise mit folgendem Spruch los:

Bööt, bööt, bööt
De Kraih, de hett twee Fööt
De Kraih de hett en langen Steert
Un helpt’t ok nich, so schaad’t ok nich
Bööt, bööt. bööt
De Kraih, de hett twee Fööt.

So etwas zu wissen, das schadet nie.

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Neulich war ich in Berlin und bot im Bus einer alten bekrückten Dame meinen Sitzplatz an.

Da war was los! Gesagt hat zwar keiner was, aber angeguckt haben se mich alle, von ungläubig bis hasserfüllt war alles dabei. Man konnte es quasi aus ihren Gesichtern herauslesen: „Was soll das? Wieso machst du das? Du lässt uns ganz schlecht dastehen. Wenn das häufiger vorkommt, dann müssen wir demnächst alle unsere Sitzplätze alten Damen anbieten. Wo kommen wir denn da hin?“

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Heute musste ich für einen Emeritus wichtige Daten von einer Diskette (!) retten. Mir wurde ein wenig nostalgisch zumute.

Diese Mission konnte nur ich erfüllen, weil sie uns kleinen Lichtern in der Abteilung die ganzen Uralt-Rechner zugeschanzt haben, die noch Diskettenlaufwerke besitzen.

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Wir haben heute einen weiblichen Hausgast. Sie berichtet ganz begeistert von den Spitznamen, die sie in ihrem Freundeskreis hat. „Mich nennen sie immer Bibel. Oder Penis. Manchmal nennen sie mich auch den teuflischen Bibelpenis.“