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Liebe Närrinnen und Narrhalesen, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen (um dieser abgegriffene Phrase noch mal die letzte Ehre zu erweisen). Also ist es auch wieder Zeit für das gute alte Termos-Taten-Orakel. (Wer noch einmal überprüfen will, dass auch alles eingetreten ist im ablaufenden Jahr, der kann hier die Orakelsprüche des vergangenen Jahres noch mal nachvollziehen.)

Als Methode wurde in diesem Jahr das Bibelstechen aus dem Jahr 2008 wieder aufgegriffen, allerdings etwas verfeinert. Ich vertraute bei der Ermittlung des Orakelspruchs diesmal nicht nur auf ein Buch. Stattdessen wurden drei Werke von unterschiedlich orakelhaftem Potential herangezogen: die Egoisten-Bibel, die biblischen Apokryphen in einer magisch aufgeladenen Weltbild-Ausgabe und schließlich eine handliche Kompilation verschiedener cthuloider Mythostexte, Necronomicon und so.

Cthulhu orakelt 1

Der erste Schritt der Orakelei meinerseits bestand darin, dass ich in kontemplativer Meditation für jede beorakelte Person das passende Buch heraus fand. Im Anschluss daran wurde mittels meiner medialen Fähigkeiten aus dem entsprechenden Buch jeweils eine Textstelle ermittelt, die als orakelhafter Sinnspruch für das kommende Jahr 2011 anzusehen ist. Eine tiefergehende Interpretation habe ich mir dabei in der Regel gespart, ihr werdet selber viel bessere Schlüsse ziehen können. Falls ich doch was kommentiert habe, dann hab ich’s einfach dahinter gesetzt.

Die etwa drei Dutzend Personen, die in Genuss Orakels kommen, stammen wie üblich zum Großteil aus den Reihen meiner langjährigen Stammleser. Dazu kommen ein paar Qualifikanten und einige Wildcards.

Ich wünsche also allen viel Spaß bei Termos Neujahrsorakel und zudem alles Gute für das neue Jahr.

Andre K.: Sie sollten nicht so viel fragen, das könnte sich noch als ungünstig für Sie herausstellen.

Anja: An den Ufern brechen die Wolkenwellen, die zwei Sonnen sinken jenseits des Sees und länger werden die Schatten in Carcosa. – Anja macht Urlaub?

Anna: Aus welcher Krypte her sie kriechen, vermag ich nicht zu sagen. Doch Nacht um Nacht gewahre ich die gummigleichen Dinge, gehörnt und schwarz und mager, und Fledermäusen gleich die Schwinge.

Arnebanane: Die Ungeduld ist der größte Feind bei der Befolgung eines Plans.

Bugl: Speisen, die ich zu mir nahm, wiesen durchgehend einen metallischen Beigeschmack auf und mein Körper nahm leicht magnetische Eigenschaften an.

Carter: Doch dort, wo die Worte der Christen ungehört bleiben, drehen sich auch heute noch junge Frauen und Männer in orgiastischen Tänzen, benebelt von rauschhaften Dämpfen und wilder Fleischeslust. – Diese kleinen Theologiestudentinnen… nee nee nee

Daniel Hausbesetzer: Alle Gedanken ziehen an dir vorbei, bis du nicht mehr denkst, nichts mehr erwartest, nichts mehr willst.

Dino: Aus dem äthiopischen Buch Henoch: Von hier aus ging ich in der Richtung nach Osten mitten in das Gebirge der Wüste und ich sah eine Steppe und vereinsamte Gegend, voll von Bäumen.

DocDee: Aus dem vierten Makkabäerbuch: Doch was braucht man das Mitgefühl der unvernünftigen Tiere mit ihren Jungen noch zu erweisen, wo doch auch die Bienen in der Zeit des Wabenbaus die sich nähernden abwehren.

Dr. woTan: Die Kunst, im Rhythmus zu leben, besteht darin, in Ketten tanzen zu können. – Chain gang?

floris: So reiten sie in den Lüften, so flüstern und so singen sie, was die Geister der Menschen mehr und mehr verwirrt, so dass sie anfangen, Dinge zu sehen, die gar nicht existieren. – Klingt nach einem positiven Fortschritt in der juristischen Karriere.

Fritze: Wenn du kein Geld hast, gibst du keines aus.

G.E. aus K.: So trug er all das Wissen in sich, so dass er gleich Fu-Xi hätte sein können, so dass er die Klarheit hätte sein können, aus der der Odem entsprungen wäre.

Gerrit: Aus den Heiligenlegenden: In diesen Jahren erschienen Handlanger der Sünde und Schüler Satans; denn dieser war ihr Lehrer.

Hannes: Aus dem Testament Judas: Ich befehle euch nun, meine Kinder, nicht das Geld zu lieben und nicht auf die Schönheit der Weiber zu sehen.

Hauke: Nicht alles was du sagst muss Wahrheit sein, solange es deine Wahrheit ist.

helge: Du redest nicht über dich sondern lässt den Gegner über sich reden.

Hilko: An einem windigen, aber ansonsten sonnigen Feiertag krabbelte ein geflügelter Mensch mit einem Tintenfischkopf in der Nähe eines kalifornischen Badeortes aus dem Meer und fraß den Bademeister.

Jan G.: Aus dem Buch der Jubiläen: Und der Knabe fing an, die Verirrungen der Erde zu erkennen, wie alles hinter Schnitzwerken und hinter Unreinigkeit her irrte.

Jana: Au revoir, mein Freund. Denn wiedersehen, das werden wir uns. Zu meinen Bedingungen.

joost: Helle Dünen, die sich aus dem Violett des Nichts herausschälen. Wind weht über sie. Wohin gehe ich?

Lenante: Aus den Oden Salomos: Und es tranken alle Durstigen auf Erden und der Durst wurde gestillt und erlosch.

m°: Aus dem Buch der Jubiläen: Und Gott sprach: Ja! Aber auch Sara wird dir einen Sohn gebären, und du wirst seinen Namen Isaak nennen.

m4rten: Mit ihren Schwänzen wedelnd taten sie ihre Dienstfertigkeit kund und verehrten ihn mit großer Ehrfurcht. – Das muss auf die Junggesellenparty hindeuten.

Neele: Aus den Epistula Apostolorum: Denn ein Blinder, der einen Blinden führt, die beiden werden in einer Grube fallen.

Plytje: Du isst in Bissen und trinkst in Schlucken, bewusst und ohne Hast.

Samanthor: Würden sie sich nur gegen die Narreteien ebenso närrischer alter Männer im heiligen Rom wenden, so ginge es uns nichts an, und wir gäben ihnen sogar recht.

Sh0r7y: Wahre Alchimisten werdet ihr sein, wahre Betrachter der menschlichen und nicht ganz so menschlichen Natur. – Jag nur nichts in die Luft, Frollein.

Steffante: Denn selbst die Diener Cthulhus wagen es nicht, zu sprechen von Y’gonolac; doch kommen wird die Zeit, da Y’gonolac verlässt die Einsamkeit.

Teelka: Doch lasse dir zunächst erzählen, wer da ist, der die Geschicke unseres Universums bestimmt.

Traubo: Wenn du die erste Chance nicht nutzen kannst, nutzt du die nächste.

Uke: Aus dem äthiopischen Buch Henoch: Der Herr der Schafe zog als ihr Führer mit ihnen und alle seine Schafe folgten ihm. Sein Antlitz war glänzend und herrlich und furchtbar anzuschauen.

Vo0odo0o: Erwachet! Oh ihr Namenlosen: Unterrichtet zu Eurer Stunde die Knechte Eurer Wahl. – Cthulhu wird sicher stolz auf dich sein.

Wendy: Und während dann begann zu blühen die Welt der Menschen, und doch nicht mehr als ein Zwinkern der Zeit, war auch ich da, nunmehr verborgen und verdorben in vielfältiger Gestalt.

Wiebke: Ich gehe in das Spiegelland.

Wübbo: Aus den Paulus-Akten: Weg mit dem Gaukler! Denn er hat alle unseren Frauen betört! – Jawohl! Weg damit!

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Ich habe heute von einem alternden Kollegen gesagt bekommen, dass es mit elektrischen Modelleisenbahnen das gleiche ist wie mit weiblichen Brüsten. Eigentlich seien sie für die Kinder gedacht, aber trotzdem spielt am liebsten Papa damit.

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Gestern war unsere alljährliche berühmt-berüchtigte Frisistenweihnachtsfeier. Und dann ist was unglaubliches passiert: Die Erstsemester sind um kurz nach zehn gegangen. Einfach so.

Mal sehen, ob die sich noch mal trauen wieder zu kommen.

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In den Sprachaufnahmen des Forschungsprojekts, bei dem ich mitarbeite, kommen immer wieder wundersame Ausdrücke und Redewendungen vor. Die werde ich hier jetzt mal ab und an niederschreiben, damit sie nicht verschütt gehen. Heute Folgendes:

– Hymopathenmensch
– den Arsch voll Tränen haben
– das Grippenspiel