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Während mein Bruder kränkelnd und leidend auf dem Sofa liegt, muss Mutter umwillig ein gutes Dutzend Pakete für ihn vom Postboten entgegen nehmen. „Du musst vorher schon krank gewesen sein, wenn du soviel bestellt hast“, diagnostiziert sie messerscharf. Als beim Auspacken der Pakete zahlreiche gebrauchte Bücher zutage treten, kann sie auch gleich den Ansteckungsherd ausmachen. „Kein Wunder, dass du bei so alten Büchern krank wird. Da hat ja schon jeder reingehustet.“

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Neulich fuhr ich so mit dem Bus herum. Nebenan saß eine Truppe alter Damen, alle so geschätzte 70 bis 80 Jahre alt. Die kamen wohl gerade von irgend ’nem gemeinsamen Kaffeekränzchen oder so, jedenfalls unterhielten sie sich ganz angeregt. Bis eine sagte: „So, meine Lieben, die nächste muss ich aussteigen.“

Sie stand von ihrem Sitz auf, in dem Moment bremste der Bus an einer Ampel, was die alte Dame gefährlich schwanken ließ. Sie hielt sich aber fest und es passierte nichts weiter.

Eine der noch sitzenden Omas nutze die Gelegenheit allerdings zum Klugscheißen und sagte mit besserwisserischem Unterton: „Also ich stehe immer erst dann auf, wenn der Bus angehalten hat.“

Die bereits aufgestandene Oma machte sich jedoch schon auf den Weg zur Tür, allerdings nicht ohne noch ein sarkastisches „Ja, Mama“ rauszuhauen…

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In meiner WG lebt ja geballter musikalischer Fachverstand: „Oh, Tito & Tarantula. Die kommen doch aus Kiel.“

Und neulich bezweifelte man auf einer Feier meine Männlichkeit, weil ich mit Freuden Meerschweinchen fütterte.

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Einer meiner Mitbewohnerinnen geht die fortdauernde Husterei in der Wohnung offenbar langsam ein wenig auf die Nerven:

Husti

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So gewisse Rollenklischees halten sich ja hartnäckig. Aber sie bestätigen sich auch sonderbarerweise immer wieder. Zum Beispiel als ich im neuen Jahr meine drei bezaubernden Mitbewohnermädels wieder sah. Unweigerlich kommt dann natürlich irgendwann das Gespräch auf Weihnachtsgeschenke.

Mitbewohnerin 1 konnte dazu berichten, dass sie einen Pfeifkessel zum Wasserkochen bekommen habe. Ganz wat Tolles. Wollte sie schon immer haben. Mitwohnerin 2 konnte das toppen und berichtete glücklich, ihr haben man einen kabellosen Pürierstab verehrt, mit dem sie nun bequem alles pürieren könne. Noch begeisterte war Mitbewohnerin 3: „Ich habe ganz viel Tupperware gekriegt!“ Sie strahlte wie im siebten Himmel.

Dann war die Reihe an Termo. Und was hat der zu Weihnachten bekommen? Einen Lego AT-AT mit Elektromotor.

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Bin immer noch ein wenig verstört. Mein Bruder hatte mich zwar vorgewarnt, dass er eine kleine Rolle in dem Computerspiel „A New Beginning“ spricht, aber man bekommt dann doch irgendwie ’nen gewaltigen Schreck. Besonders, wenn man einen Araber im Burnus sprechen sieht, aber seinen Bruder mit falschem arabischen Akzent sprechen hört.

Als nächstes spricht eine Mutter wohlmöglich den Endgegnerdrachen oder Vadder macht den Kommentator in FIFA12.

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Man weiß, dass es Sonntag ist, wenn die Mitbewohnerinnen Dativ und Akkusativ nicht mehr auseinander halten können.

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Am Neujahrstag begutachtete mein Bruder die aufgetürmten Überreste unseres Silvesterabends und stellte fest: „Wenn es hierbei um Frauen und nicht um Essen und Trinken ginge, dann würde ich sagen: Wir haben ganz schön rumgehurt.“