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Aus irgendeinem Grund tauchte neulich eine Szene vor meinem inneren Auge auf, die ich längst verdrängt haben sollte. Und zwar sah ich vor mir einen schmierigen fiesen Mitstudenten, mit dem ich in meinem ersten Semester einen dieser anstrengenden Auswendiglern-Grundlagenkurse hatte. In das allgemeine Gejammer über die Masse des zu lernenden Stoffs tönte er hinein:

„Nein, das muss so! Durch solche Kurse werden im ersten Semester erst einmal alle Faulen aussortiert!“

Das weiß ich noch wie gestern. Vor Ekel hat sich das offenbar tief in einen hinteren Winkel meines Gedächtnisses eingebrannt. Da schüttelt es mich heute noch, wenn ich an diese Selbstgefälligkeit denke.

Man muss allerdings ergänzen, dass ich diesen Schmierlappen im zweiten Semester nicht wiedergesehen habe. Ihm war offenbar entgangen, dass neben den Faulen auch noch der eine oder andere Doofe aussortiert werden sollte…

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Eine Arbeitskollegin ließ gestern Abend im Rahmen einer Diskussion über die öffentlichen Toiletten auf der Kieler Woche folgende Weisheit vom Stapel:

„Wenn in einer Toilette Seife und warmes Wasser ist, dann ist es egal, wie sie ansonsten aussieht.“

Ich glaube, das drucke ich mir großflächig aus und hänge das zuhause an meine Toilettentür.

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Gestern war Feueralarm in der Uni. In dem Hörsaal, in dem ich mich zu dieser Zeit aufhielt, war der Alarm fast nicht wahrzunehmen. Es war eigentlich reiner Zufall, dass wir das mitbekommen haben. Wir wären also fast alle verbrannt. Wenn es denn tatsächlich gebrannt hätte.

Aber nicht einmal ein handelsübliches Feuer bekommen die hier hin.

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Ach, wir beackern immer so schöne Texte in der Uni. Zum Beispiel hat mein Professor irgendwo ein wunderliches Theaterstück auf Sylterfriesisch ausgegraben. Ganz große Literatur.

Da geht es wild zu, die Handlung ist nur schwer zu durchschauen. Im Großen und Ganzen geht es wohl darum, das ein Haufen verschiedener Personen zusammenhanglos und auf unterschiedlichste Art und Weise den Inselvogt nervt. Das führt dann etwa zu solchen Maßnahmen, dass der Vogt verbietet, dass sich Leute entgegenkommen dürfen. Denn immer wenn sich Leute irgendwo träfen, so der Vogt, brächte das nur Ärger.

Da gibt es dann so denkwürdige Szenen, dass auf einmal ein wild gewordener Widder die Bühne stürmt. Oder dass jemand vor Übermut beim Tanz in einen Misthaufen fällt und sich übergeben muss. Und dann ist da auch noch so einen Kerl, der mit einer Hammelkeule bewaffnet seine Mitmenschen verhauen will.

Am besten gefiel mir aber zuletzt folgende Szene: Ein kranker Mann wird auf einer Schubkarre heran geschafft. Der Mann, welcher in der ganzen Truppe einem Arzt am nächsten kommt (ich glaube, es war ein Schuster), untersucht dann auch den Patienten und stellt fest, dass dieser tatsächlich krank ist.

Diagnose: Arschfieber.

(Woraufhin sich gleich die Angst vor weiteren „Arschgebrechen“ in der Menge breit macht.)

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Noch ein kleiner Nachtrag zur Hochzeit. Ich erfuhr gestern, dass es ausgerechnet die Braut – die ich gerade zuvor noch als „wunderhübsch“ geadelt habe – war, die mir das Päckchen „für den Mann mit dem dicksten Bauch“ zukommen lies. Aber sie entschuldigte sich gestern demütig. Sie habe einfach gerade keinen der ganz dicken erspäht. Wat ne Ausrede.

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Es ist Pfingsten. Die Familie sitzt gemütlich beim Tee. Vadder lässt geräuschvoll einen fahren. Er grinst zufrieden und sagt unschuldig: „Oh. Der heilige Geist.“

Als ihn der Rest der Familie vorwurfsvoll anschaut setzt er noch entschuldigend hinzu: „Der quälte mich schon eine ganze Weile.“

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Ach ja. Schöne Hochzeit gestern. Eine wunderhübsche Braut und großartiges Essen in rauen Mengen. Und dennoch ein Abend der Demütigungen.

Zum Einen ist es ja eigentlich so, dass man auf einer Hochzeit scharenweise verzweifelte Singlefrauen erwartet, bei denen durch die Hochzeit das vermeintliche Ticken der biologischen Uhr noch mal richtig angeheizt wird. Aber nicht so auf dieser Hochzeit. Die einzigen Singles weit und breit waren Hannes und ich. Trauriger Anblick wird das werden im Fotobuch zur Feier. Haufenweise Pärchen – und Hannes und ich.

Zum Anderen war da noch dieses komische Spielchen, wo ein Päckchen nach einem albernen Reim immer an irgendjemanden bestimmten weitergereicht werden musste. Ich kam – wie man mir später mitteilte – zum falschen Zeitpunkt und zu wenig unauffällig zur Tür herein, als gerade der Mann „mit dem dicksten Bauch“ gesucht wurde. Und irgendwer drückte mir dann dieses Paket in die Hand. Dabei waren da viel Dickere.

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Ich sitze gerade auf Joachims Hochzeit und es ist ein großes Schauspiel dabei zuzusehen, wie Hilko die Gesichtszüge entgleiten, weil er dabei zusehen muss, wie seine Tischnachbarn Saft und alkoholfreies Bier bestellen.

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Dass man an der Universität mitunter wunderliche Aushänge an den schwarzen Brettern findet, habe ich an dieser Stelle ja schon wiederholt kundgetan. Heute entdeckte ich folgenden Wisch:

Autoverleih

So. Man stellt sich jetzt natürlich die Frage nach dem Motiv des Mannes für so ein Angebot. Warum will der Mann sein Auto kostenlos verleihen? Weshalb ausgerechnet an eine (oder mehrere) Studentinnen? Was tut es zur Sache, ob diese Studentin einen festen Freund hat? Wieso bedankt sich der Mann dafür, sein Auto zu verleihen? (Und warum hat er drei Mobiltelefone?)

Es benötigt nicht allzu viel Phantasie, um dem Mann irgendwelche sonderbaren Neigungen anzudichten. Das wiederum führt dazu, dass sich andere Leute doch ein wenig Sorgen um die Studentinnen machen, die sich eventuell auf diesen Schrieb melden. Denn daneben hängt nun folgender Aushang:

Engagierter Polizist

Mal abwarten, was noch passiert. Wenigstens wird es hier niemals langweilig.

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Gestern haben wir in der Uni was anständiges gelernt: Wir verglichen Hegel mit Big Brother.

Ich konnte mich allerdings nicht so recht auf die Vorlesung konzentrieren, da ich ja ein ausgesprochener Schüttelreimliebhaber bin. Und vor mir auf den Tisch hatte nämlich irgendein gelangweilter Student einen solchen gekritzelt, der mir noch unbekannt war: *räusper*

„Täglich muss ich Hanne warnen, sie soll nicht in die Wanne harnen.“

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Als geltungssüchtiger Narzist, welche Urkunde hängt man da besser auffällig gerahmt und gut sichtbar in den Hausflur? Eine zwanzig Jahre alte Ehrenurkunde von den Bundesjugendspielen, die Urkunde über die Verleihung eines akademischen Grades oder doch lieber die Ökostrom-Urkunde, die einem schwarz auf Weiß die Einsparung von 810 Kilogramm CO2 pro Jahr bestätigt?