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Meine Fresse! Mag ja sein, dass ich heute ausgesprochen reizbar bin, aber das ist gerade hier echt nicht zu ertragen. Das Gespräch, dass ich hier gerade transkribieren muss, ist eine Katastrophe. Da sitzen se alle irgendwie in der Kaffeeklatschrunde und haben das Aufnahmegerät daneben gestellt. Und die reden alle ausschließlich – AUSSCHLIEßLICH! – mit vollem Mund. Mein ganzes Transkript ist komplett ein Schuss ins Blaue, denn eigentlich hört man nur Schmatzen und Schlürfen, dazu das Klimpern von Geschirr und Besteck und irgendwo dazwischen dann Genuschel und Gebrummel.

Die einzigen Wörter, die man immer wieder zweifelsfrei indentifizieren kann sind „Kaffee“ und „Kuchen“, gelegentlich auch mal „Krankenhaus“ und „Beerdigung“. Ich werde wahnsinnig! So kann man doch nicht miteinander reden. Als ob da irgendwelche Bediensteten neben sitzen, die jedem, der aus irgendeinem Grund den Mund aufmacht, sofort ein Stück Torte ins Maul stopfen. Ich werde richtig aggressiv dabei!

Diese Aufnahme taugt eigentlich nur für einen Radiowerbespot des Konditor-Gewerbes. Man lässt da einfach einen beliebigen kurzen Abschnitt von laufen und packt da dann irgendeinen Slogan bei, sowas wie „Bei dieser Torte fehlen die Worte “ oder „Schweigen ist Silber und Reden ist Kuchen“ oder „Diese Sprache versteht man auf der ganzen Welt“.

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Mitbewohnerin A faselte irgendwas von „Kastelruther Herzspatzen“, bevor sie Mitbewohnerin B – zu deren Unmut – auf der „Tussi-Skala ganz oben“ einordnete. Mitbewohnerin C war leider nicht zugegen, aber Hausgast D sah sich das Schauspiel mit großen Augen an…

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Das muss man sich mal vorstellen, da ruft mich Mutter doch tatsächlich mitten während des WM-Finales an! „Ja dein Vater guckt Fußball“, sagt se auch noch.

Das ist noch schlimmer als sonst, wenn sie während der Sportschau anruft. Dann sitzt sie auch zuhause und denkt sich: „Och, mein Mann guckt jetzt Sportschau, dann kann ich ja mal in Ruhe telefonieren. Ich rufe einfach mal meinen Sohn an, DER HAT UM DIESE ZEIT JA SICHER NIX ZU TUN…“

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Ich habe geträumt, dass die Bundeswehr mich einzog um mich auf Spezialmissionen zu schicken. Und zwar sollte ich Computerspielmessen unsicher machen.

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Nachdem ich heute morgen die „Thodes-Zone“ übervorsichtig hinter mir gelassen hatte, fühlte ich mich sicher. (Leichenwagen sollten auch sowas wie Blaulicht und Martinshorn haben. Aber vielleicht mit Schwarzlicht und Trauermarsch oder so.)

Ein Haus weiter jedoch stürzte urplötzlich eine dicke Frau in großer Eile aus dem Haus und rannte mich dabei fast über den Haufen. Ich konnte mich nur durch einen geschickten Sprung retten. Quittiert wurde dies mit großem Gejohle ihrer Freundinnen, die in einem Auto offenbar auf sie warteten. Ich muss mir offenbar einen anderen Weg zur Arbeit suchen, wenn ich noch weiterzuleben gedenke.

Dass der Tag unter einem ganz schlechten Omen steht, war dann spätestens an der nächsten Fußgängerampel gewiss. Denn dort traf ich meinen Zahnarzt…

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Heute Morgen bin ich fast von einem Leichenwagen überfahren worden, der rustikal aus der Auffahrt des Bestattungsunternehmens „Thode“ auf die Straße schoss. Jetzt weiß ich auch, woher die Redewendung „Des Thodes sein“ stammt.

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Heute ist Ulrichstag. „Wenn es am Ulrichstag regnet, dann werden die Birnen wurmstichig.“

Was für ein Quatsch.