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Ernüchternde Erfahrung heute. Timmendorfer Strand. Man fühlt sich schon wie in einer zuschnappenden Touristenfalle, wenn man durch Scharbeutz fährt, Richtung Timmendorfer Strand wird das dann immer schlimmer. Gerne als „mondänes Ostseebad“ beschrieben, ist das eigentlich nurmehr eine lieb- und charakterlose Anhäufung von ausgesprochen teuren, dafür aber hässliche Gebäuden, zwischen denen zombiegleich wunderliche Menschen ziehen, und von betrunkenen Zahnärzten und halbierten Zähnen reden.

Wenn man nicht weiß, wohin mit seinem Geld, dann verkauft ein Stück der Seele dieses Ortes an den Teufel und baut an die freiwerdende Stelle einen furchtbaren Klotz hin, der zwar unpassend, unpraktisch, hässlich und wahrscheinlich auch noch mit zweifelhaften statischen Eigenschaften gesegnet ist, aber dafür sehr offensichtlich mehr Geld gekostet hat, als der architektonische Kataklysmus auf dem Nachbargrundstück. Und wenn man ganz verdorben ist, dann setzt man noch eine Buddhastaue davor,malt alles weiß an und nennt das ganze Ensemble „Harmonie“.

Dieser städtebauliche Sukkubus reizt einen geistig gesunden Menschen bis aufs Mark. Und da schicken sie Kranke zur Kur hin. Wahrscheinlich alles Seelen, die dem Mondämon geopfert werden und dann als seelenlose Hüllen in die Welt ziehen, um überall Häuser mit weißen Ziegeln und blauen Dachpfannen zu bauen.

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Die Freundin meines Bruders sagte heute etwas entnervt über ihn: „Weißt du, wie schwer das ist, ein Foto von ihm zu finden, auf dem er nicht blutverschmiert ist oder ein Kleidchen an hat?“

Wie wahr, wie wahr.

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Muss euch mal wieder mit einem wunderlichen Traum meinerseits beglücken. Dabei erinnere ich mich eigentlich gar nicht mehr so genau, worum es eigentlich ging. Es war ein wunderliches Zusammengewürfel. Interessant war vor allem, dass es ein wildes Crossover meiner verschiedenen Lebenswelten und -abschnitte war. Es kamen sowohl Leute von mir hier aus Kiel wie auch von Zuhause vor, dazu auch noch Kollegen von verschiedenen ehemaligen Arbeitsstellen und meiner münsteraner Zeit.

Letzendlich spielte sich das alles zuhause auf dem Fehn ab, mal drinnen, mal draußen. Auf dem Sportplatz und in der Kirche, die zwar die Kirche auf dem Fehn war, aber nicht so aussah. Die war viel größer, als ich sie in Erinnerung habe. Auf der Straße und sonstwo.

Ein paar Höhepunkte: Da war zum Beispiel mein alter Bürokollege von der IHK, der untypischerweise Fußball gespielt hat. Aber im Anzug, wie ich ihn halt kenne. Dann alter Kumpel aus Münster, der immer Bier brachte aber darauf hinwies, man dürfe das nur aufm Coleurbummel trinken. Außerdem stolperte ich irgendwie noch auf die Hochzeit einer Freundin hier aus Kiel. Ihren Bräutigam konnte ich aber auf den Tod nicht ab, denn das war ein Arsch. Höhepunkt war aber eine Art Polizeieinsatz, bei dem einige Kumpels meinerseits in Fischerhemden die Turnhalle stürmten, um den Mattenwagen zu beschlagnahmen oder sowas. Ganz wirr.

Aber ich brauche mir gar nicht einbilden, dass ich so außergewöhnlich wild träume. Denn meine Mitbewohnerin erzählte heute morgen, sie habe geträumt, ihre Oma wohne mit Britney Spears in einer WG.

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Ich meine, ich bin ja Realist. Ich habe die Hoffnung ja schon lange aufgegeben, dass bei der Bestellung und Bereitstellung eines Telefonanschlusses auch nur ein einziges Mal alles glatt laufen wird. Seitdem ich das elterliche Haus verließ und selber für diesen Kram zuständig bin, ist das jedenfalls noch nicht ein einziges Mal vorgekommen. Das Spektrum reichte dabei bislang von falsch gelieferter Hardware bis hin zu frisch gelegten, aber nicht funktionstüchtigen Leitungen. Und Telekommunikationsanbieter, insbesondere ein großer deutscher Anbieter, haben offenbar ganz große Probleme damit, sich an simple Absprachen und Termine zu halten.

Ich habe gestern jedenfalls ganze 11 Stunden auf einen Techniker gewartet. Das war dann auch für einen leidgeprüften und -gewohnten Kunden doch zu viel. Und da man mir mehrfach versicherte, der Mensch könne im Prinzip jeden Moment auftauchen, habe ich auch tatsächlich fast die kompletten elf Stunden mit dem Herumsitzen in der Wohnung verbrannt. Mit stetig steigendem Blutdruck. Wer meine tief in mir verborgene cholerische Ader kennt, wird sich ausmalen können, wie ich den armen seit acht Uhr in der Frühe erwarteten Techniker angepfiffen habe, als er kurz nach 19 Uhr bei mir aufschlug. Der konnte ja aber am wenigsten dafür.

Wenig später bekam dann auch noch der ebenso unschuldige Hotlinemitarbeiter meinen Zorn zu spüren. Aber wenn die mir jetzt tatsächlich eine Anschlussgebühr dafür berechnen wollen, dann wird das dem nächsten Mitarbeiter, der mir vor die sprichwörtliche Kühlerhaube kommt, nicht besser ergehen. (Zumal sie dem Kunden mit einer saftigen Gebühr drohen, falls er zum vereinbarten Schaltungstermin nicht da ist. Umgekehrt mache ich das jetzt genau so. Mal sehen, was ich da als Stundenlohn ansetze.)

Und wisst ihr, was das Beste an der ganzen Sache ist? Die Leitung tut nicht so, wie sie soll. Die Jungs müssen morgen noch mal wieder kommen…

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Dann sind da auch noch die anderen Nachbarn, die über mir. Die haben offenbar ein wunderliches Liebesleben. Immer sonntags um halb elf geht da zweieinhalb Minuten die Post ab.

Und zwar nutzen die Leute das enge Zeitfenster, in der die Glocken der nahegelegenen Kirche alles geben, was sie haben. Die Dinger machen einen ordentlichen Radau. So ordentlich, dass die Nachbarn dies offensichtlich als göttlich legitimierten Freibrief ansehen, zu treiben, was auch immer die da treiben.

Vielleicht rücken die aber auch nur Möbel oder so. Jedenfalls eine sehr sonderbare Angewohnheit.