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Ach, ich rege mich heute schon wieder den ganzen Morgen viel zu viel über sogenannten „Universitären Unsinn“ (im folgenden kurz UU genannt) auf. Vielleicht liegt es daran, dass ich letzte Nacht irgendwas von der Uni geträumt habe. Mir war, als würde man meine Bachelorarbeit nicht annehmen wollen, weil ich sie im Fach Jura und nicht in Friesisch hätte schreiben müssen. Naja, mit dem Bachelorkram muss ich mich ja nicht weiter rumschlagen, das habe ich ja alles hinter mir.

Und ich will meine lieben Leser auch nicht weiter mit meinen jämmerlichen Ärgernissen belämmern. Stattdessen gebe ich an dieser Stelle lediglich zwei kurze Auszüge aus dem „Fach-Guide Deutsch“ (allein schon diese Wortschöpfung) der Uni Kiel, der an Studieninteressierte gerichtet ist.

„Achtung: Nur weil du gern liest und gut in Deutsch bist, ist das Studienfach Deutsch nicht automatisch eine richtige Wahl. […] Das bedeutet oft richtig Arbeit.“

Vollkommen richtig. Ich hätte es – um auch tatsächlichen allen Missverständnissen vorzubeugen – sogar noch drastischer formuliert: „Achtung: Nur weil du sonst nicht weißt, was du nach der Schule machen sollst und schon mal ein Buch gelesen hast, ist das Studienfach Deutsch nicht automatisch die richtige Wahl. Wahrscheinlich sogar die falsche.“

„Das Deutsch-Studium macht dich zu einem Profi im […] Produzieren von Texten in deutscher Sprache.“

Meine Fresse, das ist so etwas von gelogen! Harijassesnee! Die sollen mir nur einen Kurs im Deutschstudium zeigen, in dem den Studenten beigebracht wird, wie sie gute Texte schreiben. Nix. Gar nix. Da ist an der Uni auch niemand qualifiziert für.

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Bevor ich’s vergesse, muss ich eben noch eine von diesen Geschichten loswerden, die man in einem vollen Bus zwangläufig mit einem Ohr mithört. Ob man nun will oder nicht.

Zwei junge Männer unterhalten sich über Frauen. Der eine – offenbar noch nicht hundertprozentig der deutschen Sprache mächtig – fragt mit osteuropäischem Akzent: „Und warst du schon mit ihr intim?“ Der andere antwortet: „Nee, aber wir haben gebumst.“

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Ach, die Leute, die man als Mitfahrgelegenheit aufgabelt, erzählen immer so lustige Dinge. Mein aktueller Favorit ist die Geschichte von der Studentin, die erst nach zwei Semestern bemerkte, dass sie Archäologie ja gar nicht auf Lehramt studieren kann.

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Hm. Finde nur ich es albern, die Fernsehshow eines amerikanischen Bauchredners auf deutsch zu synchronisieren?

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Mein Bruder hörte neulich mit, wie ich einer potenziellen Mitfahrerin mein Auto am Telefon als „blau“ beschrieb.

„Wieso blau?“ fragte mein Bruder. „Der Wagen ist doch schwarz.“

Diese blöde Frage könnte zwei Ursachen haben. Zum einen könnte es sein, dass ich meinen Wagen dringend einmal wieder waschen sollte. Für weitaus wahrscheinlicher halte ich allerdings, dass mein Bruder – so wie ich eine Rot-Grün-Sehschwäche habe – eine Blau-Schwarz-Sehschwäche hat.

Ja. Das wird es sein.

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Es gibt ja viele schreckliche Dinge, von denen man zwar mal gehört hat, aber die man eigentlich nicht für real hält. Weil sie einfach so undenkbar schrecklich sind. Kannibalismus zum Beispiel. Allesfressende Seemonster. Pestepidemien. Invasionen mordlustiger Außerirdischer. Mehlstaubexplosionen in der Speisekammer. Sowas alles.

Und dann kommen die Momente, wo man so etwas mit einen Augen sieht und erkennen muss, dass es die grausame Wahrheit ist.

Heute musste ich live und in Farbe miterleben, wie jemand aus freiem Willen seinen Grünkohl mit Zucker bestreute.

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Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich operiert werden musste und hinterher allerlei stählerne Ventile am Oberkörper hatte. Dann musste ich in die Uni. Allerdings war das Seminar ein Reinfall. Der Professor war nämlich beleidigt, weil alle ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten. Denn er hatte aufgegeben, das jeder ein paar „lustige Klebebildchen“ mitbringen sollte. Deswegen saß der Professor nur beleidigt vorne und sagte nichts, ließ aber auch keinen gehen. Zur Auflockerung kam zwischendurch noch mal ne Nonne rein, die ein Waisenkind im Seminar parkte, bis sie für den Jungen einen Platz gefunden hatte. Gerettet habe ich am Ende die Situation, weil ich in meiner Tasche einen Streifen „Oostfreeske-Taal“-Aufkleber fand, die dem Professor zusagten. Dann durften wir gehen.