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Schon seit geraumer Zeit ist es mir von verschiedenen Kollegen prophezeit worden: Wenn ich nur erst überarbeitet genug sein würde, dann würde ich auch einen Kopierertraum bekommen. Das ist ein Traum, in dem man dringend etwas kopieren muss, das aber aus welchen Gründen auch immer nicht auf die Reihe bekommt. Und ja, vergangene Nacht hatte ich meinen Kopierertraum.

Und zwar musste ich im Traum – wie auch in echt – heute früh vor meinem Seminar noch ganz dringend ein paar Zettel für meine Studenten vervielfältigen. Die Uni sah zwar im Traum ganz anders aus, dennoch ließ sich das alles erst einmal ganz vielversprechend an. Ich wusste wo der Kopierer stand und marschierte frohen Mutes dahin. Der Kopierer, der ein wenig ein Geldautomat aussah, wollte allerdings meine Kopierkarte nicht annehmen. Doch wie das Schicksal es so wollte, kam gerade eine Sekretärin vorbei, die mir eh noch Geld für einen Blumenstrauß abknöpfen wollte. Sie sagte, es gäbe da einen Trick, wenn der Kopierer nicht tut.

Sie zeigte mir, wie man sich am Kopierer vorbeizwängt und so landete ich in einem Raum hinter dem Kopierer. Hier stand ein weiterer Kopierer mitten im Raum, der aber mit Unmengen von Förderbändern verbunden war, die kreuz und quer durch den ganzen Raum führten und die ganze Zeit flitzten irgendwelche Zettel auf diesen Bändern hin und her. Betreut wurde die ganze Anlage von einem phlegmatischen alten graubärtigen Kerl, der einen Blaumann trug und mit einem ölverschmierten Schraubenschlüssel zugange war.

Ich, nun langsam in Zeitnot, packte meine Vorlagen auf den Kopierer, drückte auf den Knopf und ZACK! schossen die Kopien quer durch den Raum und wurden am anderen Ende der Örtlichkeit von ein paar scharfen Messern in je vier lange Streifen geschnitten. Die Fetzen halfen mir natürlich nichts und der Schraubenschlüsselmann sagte griesgrämig, ich müsse natürlich erst alles richtig einstellen. Das wollte dann die Sekretärin für mich übernehmen.

Die nächste Lage Kopien bestand allerdings nur aus der Stark vergrößerten Mitte meiner Vorlagen. Den dritten Versuch startete ich selber, das Ergebnis war aber spiegelverkehrt und damit genauso unbrauchbar. Nun bekam ich Anschiss vom Schraubenschlüsselmann, weil ich alles Papier verbraucht hatte und ich wurde immer hektischer und panischer. Die Sekretärin hatte derweil helfen wollen und mit Isolierband die zerschnittenen Kopien wieder zusammengeklebt, die dadurch allerdings unlesbar waren. In dem Moment klingelte es dann und ich musste ins Seminar.

(An dieser Stelle war der Kopierertraum vorbei, aber der Traum ging noch weiter. Ich ging also unvorbereitet ins Seminar. Die Studenten da waren aber alle komisch, denn eigentlich wollten die gar nicht das studieren, was ich in dem Seminar angeboten hatte. Sie beknieten mich, ob wir nicht lieber Reiseberichte über die Stadt Rom lesen könnten, denn von ihnen könne ja eh keiner Friesisch. Dann wurden draußen vor dem Fenster auch noch dutzende Heuhaufen von Leuten in Ritterrüstungen in Brand gesetzt und der Rauch wehte zu uns in den Raum, so dass wir nicht weiterarbeiten konnten. Ich rief meinen alten Kollegen Hilko, der sollte da mal Ordnung schaffen. Er – ebenfalls schwer gerüstet – stiefelte auch gleich hilfsbereit los, wurde aber nach wenigen Schritten von einem LARP-Pfeil getroffen. Da drehte er sich zu mir um, zuckte mit den Schultern und sagte: „Da kann ich jetzt auch nichts mehr machen.“)

Ein Kollege meinte, an dem Beklopptheitsgrad eines Kopierertraums könne man ersehen, wie dringend man Urlaub nötig hat. Nun…