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Lang erwartet, viel beachtet und immer zuverlässig. Hier ist das Termos-Taten-Silvesterorakel 2012. Wieder einmal dürfen meine Stammleser und ausgewählte Gäste sich an den Ergebnissen meiner weissagerischen Tätigkeit erfreuen.

Als Methode habe ich in diesem Jahr das mediale Mashup ausgewählt. Es gibt eine Unzahl von Texten, die aus der Feder minderbegabter medial veranlagter Menschen stammen. So haben diese Texte zwar tatsächlich einen gewissen orakelhaften Wert, sie sind jedoch aus von ihren Verfassern vollkommen zufällig und zusammenhanglos aus dem Strom der Zeit gepflückten Informationen gespeist und sinnlos zusammengesetzt. Zudem schaft es kaum jemand dieser Amateure, auch nur irgendetwas zu orakeln, das eine vollständige Weissagung ergeben könnte. Es sind immer nur kleine Splitter, die von diesen Bauernfängern schön bunt verpackt und teuer verkauft werden. (Eine Praxis, die meine ganze Zunft in Verruf gebracht hat.)

Ein begabtes Medium und mächtiges Orakel kann sich jedoch dieser Informationsfetzen bedienen, um aus ihnen verwertbare Orakelsprüche zusammenzusetzen. Insbesondere, wenn man Spaß am puzzlen hat, ist das gelegentlich eine willkommene Abwechslung. Und genau ein solches Puzzlespiel habe ich in diesem Jahr für euch bemüht, um hochwertige Orakelsprüche zu erstellen. Als Grundlage habe ich die Weissagungsruinen zweier Quellen bemüht, die zwar von Laien zu den berühmtesten und belastbarsten Weissagungen aller Zeiten gezählt werden, bei genauerer Betrachtung aber allein genommen vollkommener Ramsch sind: Die Prophezeiungen des Nostradamus und die täglichen Horoskope aus der Rheiderland-Zeitung.

Silvesterorakel 2012Die folgenden Orakelsprüche bestehen also aus verschiedenen Elementen dieser beiden Quellen, die entsprechend angeordnet und ineinander verschränkt und montiert worden sind. Das Verhältnis entspricht mal mehr mal weniger einem Teil Nostradamus zu zwei Teilen Rheiderland-Zeitung. Das Verfahren verleiht den Weissagungen zwar eine außergewöhnliche Tiefe, macht die konkrete Interpretation aber auch nicht gerade einfacher. Ich überlasse es daher euch selbst, welche genaue Bedeutung die Sprüche für euch haben, stehe bei Rückfragen aber natürlich zur Verfügung.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein großartiges Jahr 2013. [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Ich höre den Livekommentar zu Fußballspielen im Radio allein schon deswegen so gerne, weil da immer so schöne blumige Sprachbilder verwendet werden. Zum Beispiel: „Sie haben das Selbstbewusstsein eines schwindsüchtigen Huhns.“

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Ich habe heute unbeabsichtigt die jahrelange Erziehung eines Kindes bzw. dessen Respekt vor seiner Mutter zunichte gemacht. Das kam so.

Eine Studentin in meinem Seminar heute morgen hatte ihre kleine kränkelnde Tochter dabei, die sie nicht alleine zuhause lassen konnte. Das war auch kein Problem, die Lütte saß in stiller Beschäftigung ohne zu stören dabei. Dann allerdings ließ ich unüberlegt ihre Mutter ein Gedicht vorlesen, und zwar von Albrecht Johannsen dem Jüngeren das Werk „Kike än Kake“. In dem Stück werden ein wenig die friesischen Gewohnheiten der Namenstradition auf die Schippe genommen. Dabei werden die beiden titelgebenden Namen, nämlich „Kike“ und „Kake“, wortspielerisch und zu nicht zu knapp in dem Text eingesetzt.

Dazu muss nun allerdings erläutert werden, dass in der nordfriesischen Rechtschreibung ein einfach geschriebener für einen kurzgesprochenen Vokal steht. Die Namen werden also „Kicke“ und „Kacke“ ausgesprochen.

Während die Mutter, ernstzubleiben bemüht, den Text vortrug, horchte die Tochter nun auf. Und jedes mal, wenn der Name „Kake“ fiel, wurde Tochterns Blick entsetzter. Das Ganze gipfelte schließlich in einem vorwurfvoll hereingerufenen „Mama!“, beantwortet durch ein entschuldigendes „Tut mir leid, Schatz, das steht hier so. Ich muss das sagen.“

Tochter wirkte wenig überzeugt. Mich interessiert nun ehrlich gesagt, wie die Lütte heute immer wieder Fehlverhalten und Danebenbenehmen mit einem „Du hast heute Morgen auch die ganze Zeit ‚Kacke‘ gesagt“ entschuldigt…