Das ist wieder ein Tag heute gewesen.

Erstmal war ich heute Mittag beim Arbeitsamt. Mich schon mal präventiv arbeitslos melden. Und da war das ja mal wieder eine klassische Beamten-Parade.

Das fing damit an, dass ich auf einem Bogen unter anderem meinen bisher erreichten Abschluss angeben musste. Allerdings suchte ich in der Ankreuzliste vergebens „Abitur“, denn da stand lediglich „Hauptschulabschluss“, „Realschulabschluss“, „Fachhochschulabschluss“ und „Hochschulabschluss“.

Ich sagte zu der Dame: „Mein Schulabschluss ist hier nich aufgeführt?“ Sie sagte: „Was? Welche Schule haben sie denn besucht?“ Ich sagte: „Ich habe auf einem Gymnasium mein Abitur gemacht.“ Sie sagte: „Fachhochschulabschluss oder Hochschulabschluss?“ Ich sagte: „Ich habe keinen Hochschulabschluss, lediglich die allgemeine Hochschulreife.“ Sie sagte: „Das ist egal“ und kreuzte „Hochschulabschluss“ an. So kommt man also zum akademischen Grad.

Dann durchlief ich die ganze Prozedur und landete schließlich beim Job-Vermittler. Das muss man, ob man will oder nicht.

Der Vermittler kam erstmal gar nicht darauf klar, dass ich als „Volontär“ gearbeitet hatte, mich aber erdreistete, mich als „Redakteur“ in den Job-Verteiler stellen zu lassen.

Wir einigten uns auf die Bezeichnung „Journalist“, die sich auch in seinem Computerprogramm fand. Schließlich musste ich in diesem Programm auswählen, welche Kenntnisse ich denn so gesammelt hatte. Und man stelle sich vor: Zur Auswahl standen Dinge wie „Denkvermögen“, „Kommunikationsfähigkeit“, „Schreibtätigkeit“ (oder sowas). Ich habe in dieser merkwürdigen Liste am Ende schließlich noch „Lesen“, „Sprechen“, „Sitzen“, „Stehen“, „Gucken“, „Machen“, „Tun“, „Atmen“ und eigentlich auch noch „Arschkriechen“ und „Stiefellecken“ erwartet. Gabs aber nicht.

Ich sah den Vermittler an und fragte: „Wer hat denn dieses Programm erstellt?“ Er schaut mich schief an: „Offenbar niemand, der sich mit ihrem Job auskennt.“ Ich darauf: Vielleicht können sie ja bei Gelegenheit mal anbringen, dass dieses Programm nicht den Ansprüchen der Wirklichkeit genügt?“ Er sagt: „Nein, das machen Sie man lieber selbst. Da habe ich mir schon mal die Finger mit verbrannt.“

Nachdem ich die *räusper* „Agentur für Arbeit“ verlassen hatte, dachte ich: „Fahr doch noch ehm nach Hause, nach dem Rechten sehen.“

Wider erwarten hatten allerdings die Bauleute damit angefangen, die Straße vor meinem Haus zu bauen. Ohne Warnung. Was dazu führte, dass ich nicht mehr auf die Auffahrt rauf konnte und Groene nicht mehr runter. Allerdings haben die verdammten Bauarbeiter zum Abend hin dem Groene eine Rampe aufgeschüttet und mir nicht. Zweiklassengesellschaft.

Und gegen Abend kam ich (wie die Jungfrau zum Kind) dazu, der neue Spielleiter von meinem E-Mail-Rollenspiel zu werden. Oder sowas ähnliches.

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