So langsam aber sicher bin ich dabei, in der Redaktion meinen Schreibtisch für meinen Nachfolger aufzuräumen. Mal gucken, ob ich die Teeflecken aus dem Holz bekomme.

Ich weiß zudem nicht, ob mein Nachfolger gewillt sein wird, weiterhin ein Drittel des Schreibtischs für Teeutensilien zu reservieren. Naja. Ich vermache ihm jedenfalls noch einige Dinge, die hier schon lagen, als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab. In der untersten Schublade liegen zum Beispiel ein paar Pappteller samt Besteck, die mein essfreudiger Vorgänger dagelassen hatte.

Als ich jedenfalls hier so dies und jenes beiseite räumte, kam auch meine beschreibbare Schreibtischunterlage wieder großflächig zum Vorschein. Die habe ich das ganze Jahr nicht ausgewechselt. Neben vielen kaum noch zuzuordnenden Telefonnummern, Emailadressen und Seitenangaben finden sich hier vor allem dutzende, nein, hunderte kleine Pentagramme. Diese zeichnete ich zum Schutz vor bösen Geistern und sonderbaren Anrufern (Letzteres mit nur mäßigem Erfolg).

Allerdings stechen aus dem Gesamtkunstwerk (neben einigen weiteren Teeflecken) ein paar Kleinigkeiten heraus, und zwar jene Dinge, die meine letzte Praktikantin hier in Zeiten niederschrieb, wo sie nicht ganz ausgelastet war.

Da finden sich zusammenhanglose Worte wie „Miau“, „müde“ „Eierlegende Wollmilchsau“ (die hatte es ihr besonders angetan), „Ditzum“, „bleich“ und immer wieder „Sofa“ und vor allem „Milchreis“ (einmal sogar „Milchreissofa“). Zudem ist hier eine Zahlenfolge zu sehen: Eine durchgestrichene „2h“ und daruntergekritzelt „20min“, als ich ihr am letzten Tag sagte, sie könne früher gehen.

Den Vogel abgeschossen hat sie allerdings mit einem griesgrämigen Gesicht, das sie hier naturgetreu hin zeichnete. Daneben ein Pfeil mit dem Namen „Temmo“…

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