Nach den jüngsten Ereignissen muss ich dann doch noch heute bloggen.

Ich bin also heute von Frieso direkt zur kirchlichen Trauung von Dino nach Bochum gegurkt. Mir war zuvor zu hören gekommen, dass ich als einer von Dinos Bundesbrüdern in der Kirche chargieren, also mich in abenteuerliche Studentenklamotten schmeißen und am Rade würdevoll dastehen sollte (für Laien ausgedrückt). Da aber meine Münsterschen Bundesbrüder eine halbe Stunde zu spät kamen, wurde da nix von.

Nachdem ich bei der Trauung jedenfalls ein paar Tränchen verdrückt hatte, ging es nach Essen zum Essen. Dort war nämlich die zugehörige Feier angesetzt. Dino ließ erstmal vor der gesamten Festgemeinde einen unanständigen Witz über seine Braut (im Übrigen eine äußerst liebenswürdige und hübsche Braut) vom Stapel, was angeblich fast dazu geführt hätte, dass er zu uns an den „Single-Tisch“ gesetzt wurde.

An diesem „Single-Tisch“ saßen neben mir noch vier Damen, ein Bundesbruder aus Münster und zwei Bundesbrüder aus Kiel. Als ich kurz danach mit der Braut sprach, verstand ich auch, wie diese Konstellation zustande gekommen war. Sie sagte nämlich: „Dino hat gesagt: ‚Wingolfiten sind beleidigt, wenn es um sie herum nicht genug Bier und schöne Frauen gibt.'“ Na Bravo.

Ein weiterer Münsterscher Bundesbrüder wurde an den „Tisch für junge Eltern“ gesetzt, da er vor einem knappen Jahr Vater geworden war. Er zeigte auch Fotos von seinem Sohn herum, den er liebevoll seine „kleine Kröte“ nannte.

Nebenan war der „Pärchen-Tisch“. Von da drüben wurden im Laufe des Abends ein paar Rufe laut, dass sie lieber bei uns sitzen würden, weil es bei ihnen so langweilig sei. Bei uns war es in der Tat nicht langweilig, allerdings lag das vor allem daran, dass böse Gerüchte getreut wurden. So hatte ich auf einmal den Ruf, dass wegen mir meine Sitznachbarin keine Mousse au Chocolat mehr bekommen hatte. Abwegig…

Wie dem auch sei, ich habe mich im Großen und Ganzen sehr amüsiert. Und dass auch ohne Betrinken, denn ich hatte seit der Kirche das unbestimmte Verlangen, unbedingt heute Nacht noch nach Hause zu müssen. Und als ich dann zuhause war, stellte sich auch heraus, was mein berühmter sechster Sinn mir sagen wollte.

Ich war recht flott, denn wenn man die A 31 erst einmal wiedergefunden hat, ist man ratzfatz aus dem Pott wieder in Ostfriesland. Kaum jedoch, dass ich spätnachts wieder in der Heimat aus meinem Wagen stieg, hielt ein weiterer Wagen vor meinem Haus. Diesem entstieg ein reichlich angetrunkener Groene, der von einem kleinen privaten Umtrunk kam und mich zuallererst einmal anpöbelte, wüst beschimpfte und „eine üble Nachrede“ nannte.

Seine Fahrgelegenheit war schon wieder weg, da fing er nervös in seinen Taschen an zu wühlen und stellte fest, dass er seinen Schlüssel nicht dabei hatte. Merke: Wäre Termo nicht noch nach der Hochzeit aus Essen wieder nach Leer gefahren, hätte der Groene betrunken und hilflos im Regen gestanden. Ich nahm ihn aber erstmal mit zu mir und wir überlegten, was zu tun sei.

So kamen wir schließlich darauf, seine Fahrgelegenheit anzuklingeln, den die war mit dem entsprechenden Schlüssel ausgestattet. Er war zunächst erbost, dass ich deren Nummer nicht in meinem Handy gespeichert hatte. Wir kamen dann aber auf die Idee, bei seinen Eltern anzurufen, wo diese Fahrgelegenheit gleich wieder eintreffen musste.

Da machte sich der Groene dann bei seiner Mutter unbeliebt, denn es brauchte drei Versuche, bis er sie dazu bewegen konnte, zu so nachtschlafender Zeit das Telefon abzuheben. Das war ihm im Nachhinein sehr peinlich und so brabbelte er seinen Unmut heraus und sagte Dinge von bösartigen Müttern und Geschichten, die er nicht erzählen wollte und wieder irgendwas mit dieser ominösen „üblen Nachrede“, die ich sein sollte.

Ich versuchte, ihn mit einem Bier zu beruhigen, was aber nur mäßig gelang. Schließlich trudelte seine Fahrgelegenheit wieder ein und erzählte, sie habe ihn extra noch gefragt, ob er alles habe. Groene ließ sie dann aber erst wieder fahren, als sicher war, dass er in seine Wohnung konnte.

Zu guter Letzt verabschiedete er sich von mir mit den Worten: „Trotz allem – danke.“ 😉

2 Comments

  1. […] Ich hatte heute Besuch von meinem Bundesbruder und Privatpastor Dino und seiner Angetrauten Katja. Ihr wisst schon, da wo ich letztes Jahr auf der Hochzeit war und anschließend den betrunkenen Groene ohne Hausschlüssel vor meiner Tür auflas. […]

  2. […] Und die Unterlegenen wussten dann auch, wie sie sich zu benehmen hatten: Dann gabs ja aber auch die kleinen Begebenheiten abseits der Bahn. Etwa Hilko, der seine Liebe zu den Straßengräben entdeckte und zunächst nur bevorzugt die Boßel aus dem Dreck fischte, zu vorgerückter Stunde dann aber auch gerne mit dem Dreck aus diesen Gräben warf. Natürlich war Hannes das bevorzugte Ziel. Und zum Abschluss des Abends beherberge ich mal wieder den Groene, der mal wieder betrunken ohne Schlüssel vor seiner Wohnung stand und nun einer Lösung dieses Problems harrt. # […]

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