Kommen wir zum letzten Teil aus meinen Schulmemoiren. Erneut die Handelnden:

„Ich“ – euer Termo, immernoch vom Fehn, hat kein Bock mehr auf Schule
Heiner – robuster Fehntjer mit einem rostbraunen Golf
Ina – dessen Freundin
Köster – genannt „Porno-Köster“, auch vom Fehn
Joachim – hibbeliges Plappermaul, teilt den meisten Unterricht mit Termo, wenn er denn da ist

Die letzten Fünf bilden immernoch die Fahrgemeinschaft. Weitere Mitschüler:

Gerjet – redseliger Spezialist für schlechte Witze, PDS-Mitglied im christlichen Flügel
Bugl – liebenswert, aber bizarr, läuft im Winter zu Höchstform auf
Hilko – wegen ungünstiger Umstände ein Jahrgang zurück
Schaa – bekannt für das erzählen widerlicher Anekdoten, mitlerweile in Hilkos Jahrgang
Kea – Intimfeindin von Joachim, notorisch schlecht gelaunt, neigt zu Gewaltausbrüchen

Dazu die üblichen Schüler, Lehrer und so aal. Die Handlung setzt nach Kursfahrten und Herbstferien wieder ein. Viel Spaß

2.11.1998
Köster erzählt auf der Hinfahrt von seiner Kursfahrt. Ging hoch her.
1./2. Stunde, Musik: Elendig langweilig. Glücklicherweise gibt mir Penning seine Noten, dann muss ich das nicht selber machen.
Erste große Pause: Joachim hat doch tatsächlich T1. Hilko verbreitet das Gerücht, Teichmann hätte im Zug versehentlich die Notbremse gezogen.
3./4. Stunde, Geschichte: Erst reden wir über die Kursfahrten, dann über Chinesen und schließlich über Kommunisten. Dabei kommt Gerjet wieder zur Geltung, weiß dabei aber nicht, wann die KPD gegründet wurde.
Zweite große Pause: Joachim verkündet lautstark, wie hohl Köster doch ist und bettelt keinen Atemzug später Eelka um was zu Essen an.
5./6. Stunde, Geschichte Grundkurs: Hier im Kurs sitzen mehrere Leute, die den Unterricht besser schmeißen könnten als Madame Monsieur. Aber heute haben wir ja gute Laune, da lachen wir über den Unterricht und beweinen ihn nicht. Joachim und ich bekommen ständig einen auf die Mütze, weil wir zu laut sind. Dabei müssen wir doch was Wichtiges besprechen, nämlich Joachims Vorstellung von der Aufteilung der Welt: Deutschland bekommt alles südlich des Nordpols und oben drauf auf dem Nordpol dürfen die Russen wohnen, weil (Zitat): „Die sind so lustig.“
9./10. Stunde, Volleyball: Bugl hat heute wieder seine „Ich-gehe-euch-allen-absichtlich-auf-die-Nerven“-Phase. Und das Volleyballspielen würde bedeutend mehr Spaß machen, wenn sich die Mädels aus meine Mannschaft zumindest versuchen würden zu bewegen.

3.11.1998
Heiner fährt. Joachim überflüssigerweise auch.
1./2. Stunde, Bio: Der Alltagstrott kehrt wieder ein. Wir sehen uns einen Film an, in dem Vogelküken nach Strich und Faden verarscht werden.
Erste große Pause: Joachim (wer sonst?) wird von einem Cafeteriamädel aufgefordert, ihr zu helfen. Nach einem entrüsteten „Was?! Ich?!“ tut er es aber doch, schafft es aber dennoch nicht, ein Brot zu erschnorren.
3./4. Stunde, Deutsch: Wir gucken Kursfahrtsphotos. Irgendwie sind alle komisch drauf heute. Zwischendurch kommt Herr Krüger rein und beschwert sich darüber, dass noch so viele Kursbücher fehlen würden, obwohl die bereits seit sechs Wochen abgegeben sein müßten.
Zweite große Pause: Ich gebe mein Kursbuch ab.
5./6. Stunde, Mathe: Volker und Floris tun so, als hätten sie alles verstanden.
Köster und ich müssen grausamerweise mit dem Bus nach hause. Vorher gönnen wir uns aber noch eine Gellermann-Frikadelle.

4.11.1998
Joachim holt uns ab. Aufgrund allgemeiner geistiger Abwesenheit entschließen wir uns, die „Abkürzung“ durch die Walachei zu nehmen. Hinterher stellt Joachim fest, dass die Schlaglöcher wohl nicht gut fürs Auto waren.
1./2. Stunde, Geschichts-Grundkursklausur: Die Klausur ist albern, aber man weiß ja nie, worauf die Frau hinaus will.

5.11.1998
Joachim ist reichlich spät heute. Wir fahren wieder über den Schotterweg. Sonderbarerweise halten die Stoßdämpfer heute mehr aus.
1./2. Stunde: Unterricht ist ausgefallen. Wir haben es geahnt, aber nicht genau gewusst, weil wir gepennt haben. Deswegen sitzen wir hier jetzt doof rum und sülzen Blödsinn.
3. Stunde: Fällt auch aus, Joachim kann einem leid tun, der hat die fünfte und sechste nämlich auch noch frei. Volker lacht sich über seine Deutsch-Lektüre tot, weil der Protagonist angeblich genauso schwul tut, wie der in „Ritter der Kokosnuss“.
4. Stunde, Deutsch: Es geht wieder um so Dinge wie „Lustwandeln“ und Nachttöpfe, die man auf der Straße ausleert.
5./6. Stunde, Musikklausur: Hätte schlimmer kommen Können. Nebenbei hat ein Zwilling wieder seine außergewöhnliche Dämlichkeit unter Beweis gestellt.

6.11.1998
1./2. Stunde, Matheklausur: Hier hilft nicht einmal, dass Raabe-Frädrich Aufsicht führt, weil die Jungs um mich herum genauso wenig Ahnung haben wie ich.
3. Stunde, Geschichte: Joachim wird zu Frau Germer abgezogen, weil sie nicht mit dem Videorecorder umgehen kann und Joachim aus irgendeinem Grund als technisch sehr versiert in Erinnerung hat.
5./6. Stunde, Philosophie: Meine Hoffnung, Arnd hätte sich seine Haare abgeschnitten, waren falsch, er hat sie nur unter seiner Jacke versteckt gehalten. Joachim wird vorgeworfen, er würde sich seine Zitate vor der Stunde immer genauestens zurechtlegen. Darüber ist er sehr bestürzt.

9.11.1998
In der Cafeteria regt sich Jens über Kinder im Limit auf.
1./2. Stunde, Musik: Das schlägt dem Fass den Boden aus: Heute hören wir ein Stück, was aus viereinhalb Minuten Stille besteht. Und ja, wir hören es in ganzer Länge!
Erste große Pause: Schaa jammert über Frau Visser und Hauke über seine 0 Punkte in Mathe. Nur Onno, der freut sich, und zwar über Tammos 6 Punkte in Mathe. Wir haben ein zweites Sofa in der Cafeteria, das reichlich weibisch aussieht.
3./4. Stunde, Geschichte: Gerjet hat’s im Magen und rennt alle zehn Minuten auf die Toilette. Zumindest stellt ihn das ein bißchen ruhig. Wir reden über das Essen in Wien, das Essen in der Toskana und über Hungersnöte in China.
5./6. Stunde, Geschichte Grundkurs: Heute reden wir über „Ssessill Rrodess“ und die „Prädistenationslehre“, wie die Lehrerin zu sagen pflegt.

10.11.1998
1./2. Stunde, Bioklausur: Die Zwillinge stellen die ganze Zeit blöde Fragen. Sollen es doch einfach wie Joachim machen, der hat seine Mappe unterm Tisch und braucht nicht zu fragen.
Erste große Pause: Joachim diskriminiert mich heute schon den ganzen Tag. Joachim hasst mich. Ich hungere.
3./4. Stunde, Deutsch: Ich muss doch nicht hungern, denn Tobi bringt Kuchen mit.
Zweite große Pause: Floris, Volker und ich fiebern nervös der Rückgabe der Klausur entgegen.
5./6. Stunde, Mathe: Wir bekommen die Klausur noch nicht zurück. Dafür freuen wir uns diebisch darauf, dass die Leute, die die Klausur geschwänzt haben, heute an die Tafel müssen. Müssen sie aber nicht. Sie bekommen Referate, die nach Höche’schen Eisenbahnratespielchen verlost werden.

11.11.1998
Wir haben zur Zweiten. Joachim soll uns holen. Als er aber nicht auftaucht und auf Anrufe nicht reagiert, fährt Heiner entnervt selber. Wir kommen gerade noch rechtzeitig.
2. Stunde, Philosophie: Kant und Bugl, eine explosive Mischung. Joachim ist nicht da. Ich beginne mir Sorgen zu machen.
Erste große Pause: Joachim ist immer noch abwesend.
3./4. Stunde, Englischklausur: Nun taucht Joachim auf. Er erzählt uns was von wegen Stromausfall und Schlüssel nicht gefunden und andere Haarsträubende Geschichten. Ich ärgere mich nicht weiter und schreibe meine Klausur.
Zweite große Pause: Schaa will mein Essen und Panzergeneral IIID. Ich hatte gehofft, Gerjet würde es vergessen, aber vergebens: Er kommt uns mit Luftschlangen, einer roten Pappnase und „Helau“-Geschrei auf dem Flur entgegen.
5./6. Stunde, Geschichte: Yogi entdeckt auf seinen Tisch gekritzelt eine Aufstellung für die Wahl zum Spacken des Jahrgangs, was für große Erheiterung sorgt. Danach machen wir einen Termin für unser Kursessen, Gerjet schwört auf seinen PDS-Parteibuch, das er dazu erscheinen wird.

12.11.1998
Habe zur dritte Stunde. Joachim erzählt, er hätte geträumt, Schaa wäre eine Tuse.
3./4. Stunde, Deutsch: Irgendwie muss ich mit offenen Augen geschlafen haben, mir fehlen irgendwie zehn Minuten im Gedächtnis.
Zweite große Pause: Schaa beschwert sich, dass ich ihm Panzergeneral IIID nicht mitgebracht habe und will schon wieder mein spärliches Essen.
6. Stunde, Bio: Ich lerne, dass ich in meinem gelb-schwarz gestreiften Pullover keine Angst vor Krötenangriffen zu haben brauche.

13.11.1998
1. Stunde, Mathe: Klausur zurück. Glorreich versemmelt. Joachim und ich haben eine Wette laufen, wer die schlechtere Klausur hat. Da bin ich ja mal gespannt.
2. Stunde: Fällt aus. Joachim hat seine Klausur noch nicht zurück. Aber er beschwert sich darüber, dass ich ihm angeblich nicht gesagt hätte, dass wir was in Philo auf hatten. Daran merkt man wieder, das Joachim mir nur unzureichend zuhört.
3. Stunde, Geschichte: Die Stunde gehört den Drei Übeln, Hundert Blumen und Fünf Giften. Die Chinesen haben sie doch nicht mehr alle!
18.11.1998
1. Stunde, Geschichte Grundkurs: Mein Gott! Was haben wir heute gelernt? „Norden ist oben und Süden ist unten!“ und andere Weisheiten. Die Frau ist so weise, dass man sie in Nepal auf einen Berg setzen sollte! Dieser Kurs ist verschwendete Lebenszeit!
2. Stunde, Philosophie: Quellen der Erkenntnis, Motive zur Erlangung der Erkenntnis. Mich interessieren viel mehr Bugls Motive, warum er mir meine Bonbons weg isst.
3./4. Stunde, Englisch: Kea behauptet zwar, gute Laune zu haben, mokiert sich aber darüber, dass Astrid Herrn Rosenau brühwarm aufgetischt hat, dass sie heute Geburtstag hat. Schließlich bricht sie auch noch einen Streit mit Joachim vom Zaun (darauf hatte er scheinbar nur gehofft). Ich sitze zwischen den beiden, bin am Ende wieder Schuld und bekomme zur Belohnung für meine Schlichtungsversuche Anschiss von Herr Rosenau.
5./6. Stunde, Geschichte. Wir bekommen die Klausuren wieder. Recht erfolgreiche Sache, für mich und Joachim zumindest, für Volker weniger. Volker wirft uns vor, wir hätten uns einen „Bildungsvorteil erheischt“.

23.11.1998
Nach einer kleinen Rutschpartie (ein Hoch auf meine Winterreifen) kommen wir doch noch sicher in der Schule an. Da ein übel gelaunter Hausmeister die Cafeteria abgesperrt hat, frösteln wir im Foyer vor uns hin.
Erste große Pause: Rainer, Yogi und Mücke amüsieren sich in einer Ecke lautstark über Kursfahrtsphotos. Doch jeder, der daran teil haben möchte, wird von Rainer auf aggressivste Weise vertrieben.
5./6. Stunde, Geschichte Grundkurs: Jens und Stefan müssen eine Karte holen, weil sie nicht wissen, wo Bulgarien ist. Als Jens die Karte entrollt, ruft er erstaunt aus: „Aurich! Emden! Leer!“
9./10. Stunde, Volleyball: Selten so gelacht wie heute. Allerdings geht mir diese Dicke aus meinem Jahrgang tierisch auf den Keks.

24.11.1998
Im Radio läuft eine exzellente Episode der „Fahrgemeinschaft“.
3./4. Stunde, Deutsch: Erst Kuchen, dann Klausur. In der Pause wird Joachim wegen seines Napalm-Death-T-Shirts von Herrn Paul gemaßregelt.
5./6. Stunde, Mathe: Eins von den Klausurschwänzermädels hält ihr Referat. Die dumme Nuss bekommt 9 (!) Punkte dafür. Die hätte mit Sicherheit 0 Punkte geschrieben. Da werden sich eine Menge Leute vor der nächsten Klausur überlegen, ob sie überhaupt mitschreiben sollen. Manuel, der Depp, hat sein Referat nicht fertig bekommen und taucht deswegen einfach nicht auf. Chance vertan.

25.11.1998
Wie immer, wenn es langsam Zeit wird, die Klausur zurückzugeben, ist Frau Herr krank. Also wir eine Stunde in der Cafeteria vergammelt.
3./4. Stunde, Englisch: Susanne hat mal wieder als einzige die Hausaufgaben gemacht. Wenn die sich nicht bald bessert, wird das noch ein böses Ende mit ihr nehmen. Dann gibt’s mündliche Noten, die den einen oder anderen zu hysterischem Gelächter verleiten. Kea nutzt jede Gelegenheit, um über Astrid lautstark zu lästern und auf Joachim rumzuhacken.

26.11.1998
1./2. Stunde, Politik: Herr Rombald ist so sauer (wegen Schaa), dass er sofort mit dem regulären Unterricht beginnt.
3./4. Stunde, Deutsch: Philister, Spießer und in ihren Garten kackende doppelte Doktoren. Tjark entwirft eine Filmszene, in der jemand mit 250 Sachen gegen einen Pfeiler fährt, dies überlebt und dann von seinem Airbag erschlagen wird. Joachim bevorzugt allerdings eine „Ins-Auto-Piss“- und „Auf-die-Haube-Scheiß“-Szene.
5. Stunde, Musik: Langsam überlege ich mir die Anschaffung von Ohrstöpseln.
6. Stunde, Bio: Klausuren zurück. Akzeptabel. Ich hasse Zwillinge.

27.11.1998
Sechs Stunden Geschichtsklausur: Wir haben die ganze Bandbreite an Aufsichtführenden Lehrern. Etwas Sorgen machen wir uns um Herrn Hildebrandt, der dadurch Verwirrung stiftet, dass er auf einmal mitten in der Klausur auf einmal wie von der Tarantel gestochen aufspringt und für ein paar Minuten verschwindet.

30.11.1998
Muss mit dem Bus zur Schule. Was hier an Gestalten rumläuft, ist irgendwie schon sehr unheimlich.
1./2 Stunde, Musik: Ich soll aus Krach heraushören, welche Instrumente benutzt werden. Ich tippe auf sieben Töpfe, 2 Pfannen, eine rostige Gießkanne und ein einstürzendes Haus. Diese Musik macht mich aggressiv.
Erste große Pause: Joachim verbreitet die Kunde, dass Dörthe und Eelka jeweils wieder Single sind.
3./4. Stunde, Geschichte: Wir helfen Herrn Henkel dabei, den Adventskranz aufzuhängen. Nach eigenem Bekunden ist er bei dieser Aktion aber der Boss.
9./10. Stunde, Volleyball: Das Schöne an diesem Sport ist, dass der auch dann Spaß macht, wenn man ihn nicht richtig beherrscht.

1.12.1998
Sechs Stunden Deutschklausur: Habe sehr schlecht geschlafen und deshalb entgegen allen meinen Gewohnheiten eine große Kanne starken Kaffee mitgebracht. Das Ergebnis: Ich bekomme einen Koffeinrausch. Interessantes, aber auch erschreckendes Erlebnis. Beim durchlesen meiner Klausur habe ich tatsächlich einen akuten Lachflash bekommen, der sich nur sehr schwer unterdrücken ließ. Joachim und Tjark waren dagegen nicht so gut gelaunt wie ich. Verstärkt wurde dieser Zustand durch den Strafzettel an Joachims Wagen.

2.12.1998
Da wir gestern Abend Kursfete hatten, beschließen Joachim und ich, dass mein Wagen zur ersten Stunde nicht anspringt. Da wir das ja im Voraus wissen, bleiben wir auch gleich ne Stunde länger im Bett.
3./4. Stunde, Englisch: Joachim, Volker und ich stellen fest, dass wir alle letzte Nacht sehr schlecht geräumt haben. Das muss an dem Tsingtao-Bier gelegen haben.

3.12.1998
1./2. Stunde, Politikklausur: Wir schreiben über Adolfs dürftigen Grund, nach Osten zu ziehen.
3./4. Stunde, Deutsch: Wir gucken endlich mal wieder einen Film: „Der zerbrochene Krug“. Witzig, Itzig. Fast so schön wie damals „Felix Krull“: „Du entkleidest mich, kühner Knecht?“
5. Stunde, Musik: Der Zwilling hat offensichtlich keinen blassen Schimmer über die Funktionsweise von Computern: „Dem kann man doch nicht sagen, dass er eine Drittelnote tiefer spielen soll, einem Menschen schon.“ Aber was war auch anderes zu erwarten?

7.12.1998
1./2. Stunde, Musikklausur: Bei manchem Mitschüler zweifelt man an der Lebensfähigkeit. Andererseits ist es schon eine große Denkanstrengung, einen Zettel nach wiederholter Aufforderung quer zu legen.
3./4. Stunde, Geschichte: Joachim wird vom Unterricht befreit, da er als Sonnenblume verkleidet einen Engel mimen soll. Der Mann lässt keine Gelegenheit aus, sich zum Kasper zu machen. Den Seppl dazu macht Yogi als Weihnachtsmann, der zum Dank dafür von Unterstuflern mit Schnee beschmissen wird.
5./6. Stunde, Geschichte Grundkurs: Sie hat die Klausur noch nicht fertig, obwohl wir nächste Stunde schon wieder Klausur schreiben. Die Frau ist Beamtin auf Lebenszeit und verdient viel Geld. Unglaublich.
7. Stunde, Politik: Wir reden über Reitervölker in Arabien und deren Stammesfehden, außerdem darüber, was passieren würde, wenn Kamerun, Niger, der Tschad und andere „witzige Staaten“ in der Welt das Sagen hätten.
9./10. Stunde, Volleyball: Bugl will den Ball ganz cool gegen die Wand schießen und trifft dabei das einzige Hindernis weit und breit: Das Gesicht von Benjamin B.!

8.12.1998
1./2. Stunde, Bio: Die Zwillinge übertrumpfen sich gegenseitig mit blöden Kommentaren.
Erste große Pause: Ich muss wie alle anderen meine Herr-Geschichtsklausur an der Tür der Teeküche abholen, damit ich das Heft noch vor der nächsten Klausur wiederbekomme. Wer vergisst es natürlich? Der Joachim. Ich erbarme mich seiner und nehme sein Heft mit.
3./4. Stunde, Deutsch: Wir gucken den „Zerbrochenen Krug“ zuende. Demnächst werde ich häufiger Mal Kleist zitieren: „Jedwedes Übel ist ein Zwilling.“
Zweite große Pause: Es gibt Waffeln. Bugl Fragt den Experten Temmo in einer Frauenfrage. Temmo hat keine Lust ein Urteil zu fällen.
5./6. Stunde, Mathe: Köster sagt was und geht sogar an die Tafel. Ich bin erschüttert.

10.12.1998
Ich quäle mich zur Schule, nur um dort zu erfahren, dass mein gesamter Unterricht wegen der Krankheit verschiedener Lehrer ausfällt. Ich verbringe den Vormittag also mit Gesprächen mit Bugl und Schaa, Punsch kochen und Orangen schneiden. Sabrina und Teichmann sind zusammen. Sonderbarer Anblick.

11.12.1998
Heute fällt nix aus, nicht eine müde Minute.
2. Stunde, Englisch: Kea demonstriert mir wiederholt die Schwerkraft (will heißen, sie schlägt mich mit einem schweren Gegenstand).
3. Stunde, Geschichte: Wir regen uns kollektiv über Hauke H. auf, der daran Schuld ist, dass die zweite große Pause um fünf Minuten gekürzt wurde.
4. Stunde, Deutsch: Auch hier ist Hauke H. das beherrschende Thema. Neben Elefanten mit den Löchern in den Löchern in den Köpfen.
5./6.Stunde, Philosophieklausur: Jan und Jürn, Neermoor-Kolonie und andere Örtlichkeiten. Der aufsichtführende Lehrer regt sich über das UEG auf, weil da die letzte Stunde angeblich nur 40 Minuten hat. Ich wünschte, er würde rüber gehen und nachzählen. Unsympathischer Kerl.

14.12.1998
Schaa fragt in der Cafeteria alle Leute, ob sie eine zweite Unterhose dabei hätten.
3./4. Stunde, Geschichte: Alles freut sich über mein T3. Für Volker bricht eine Welt zusammen, weil sich herausstellt, dass er Panzer General IIID versehentlich nur auf niedrigstem Schwierigkeitsgrad gespielt hat.
5./6. Stunde, Geschichte Grundkursklausur: Frau Herr demonstriert wieder ihren überlegenen Intellekt, da ihrer Meinung nach aus einer Aufgabenstellung klar hervorgeht, dass sie in Stichworten zu beantworten ist. Und wer im zusammenhängenden Text antwortet, bekommt Punkteabzug, weil sie Mehrarbeit hatte. Bin ich hier im Kindergarten?
7. Stunde, Politik: „Wikinger, Russen und Neger“. Hat was mit Entwicklungshilfe zu tun.

15.12.1998
1./2. Stunde, Bio: Erst schlägt Frau Kauz mir die Tür vor der Nase zu, dann denkt sie, wir schreiben heute Klausur. Die Zwillinge sind heute besonders lästig.
3./4. Stunde, Deutsch: Joachim und Volker machen blau und erfahren deshalb nicht, das die Inthronisierung Pohligs verschoben wurde.

16.12.1998
1. Stunde, Geschichte Grundkurs: Grausam langweilig. Beste Voraussetzungen für ein kleines Nickerchen

An dieser Stelle brechen die Aufzeichnungen abrupt ab…
[Vorhang]

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