Kaum ist man wieder in Kiel, geht das alte Elend wieder los. Die ganze Nacht wird man von ausdauernd grölenden, kreischenden und flaschenzerdeppernden Massen auf der Straße wachgehalten. Der Höhepunkt war dann in den Morgenstunden, so etwa gegen 6 Uhr erreicht. Der allgemeine Lärmpegel war gerade etwas zurückgegangen, als sich plötzlich irgendjemand minutenlang lautstark auf der Straße übergab. („Schreikotzen“ würde Hannes das nennen.)

Ich dachte schon, der Mann kommt um da draußen vor Kotzerei. Aber ich muss gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt keinen Funken Mitleid dafür gehabt hätte, wenn er seine Innereien über die Straße verteilt hätte.

Gekrönt wurde das Ganze anschließend wo den Reinigungsfahrzeugen, die dann Ewigkeiten lautstark ihre Runden dreht, um die Straße noch vor dem gefühlten Sonnenaufgang wieder blitzblank zu haben. „Die Stadt schläft nie“, heißt es ja immer so poetisch. Aber das liegt schlicht und ergreifend daran, dass jene Stadtbewohner, die gerade nicht schlafen, alles menschenmögliche tun, um den Rest auch noch wachzuhalten.

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