Wir haben bei den Eltern jüngst den Dachboden entrümpelt und dabei allerhand sonderbare Dinge aufgetan (z.B. einen Grindelwald-Schlitten – und den aus einer Zeit lange vor Harry Potter). Und heute haben wir damit begonnen, unsere vom Dachboden geretteten alten Lego-Sachen zu waschen, damit wir sie neu und besser verstauen können. Und dabei fanden sich noch viele mehr oder weniger zusammengebaute Dinge, die unseren bereits im Kindesalter überragenden Humor dokumentierten.

Relativ harmlos ist da noch der Affe, der den eingesperrten Gouverneur mit einem Säbel piesackt. Sonderbarer war da schon das Polizei-Raumschiff, das neben dem etatmäßigen galaktischen Banditen im schwarzen Raumanzug auch eine Piratenbraut und (wieder einmal) einen Affen im Zellenblock verstaut hatte. Mein persönlicher Liebling war allerdings das wunderliche Zwitterwesen aus einem mittelalterlichen Fußsoldaten und einem Goldschatz:

Goldwesen

Muss man auch erstmal drauf kommen, auf sowas. Oder die Legosteine waren irgendwo in Fernost hergestellt worden und enthielten psychoaktive Substanzen. Das würde auch erklären, warum die selbstentworfene Skisprungschanze das Innenleben einer Rakete hatte oder warum ein Zwergelefant und ein Gespenst das Hauptquartier der Wolfsbande bewohnten.

Ich erinnere mich auch noch gut, dass wir im Prinzip in jeder Zeitebene der Legowelt die gleichen Charaktere hatten. Der Archetyp des Trottels war bei den Rittern der Wachsoldat Jonny (niederster Dienstrang), bei den Piraten war es der Ausguck Gustl (nach eigenen Angaben in einer übergeordneten Position tätig und immer dabei, wenn ein Kompott oder ein Punsch gegen den Käpt’n gemacht werden musste) und in der Gegenwart („Lego Stadt“) war es der Klempner Walter (sowas wie ein Schuhverkäufer bei „Married with Children“).

In einem der oben angedeuteten Chemiekalienphantasien kamen wir dann auf den Gedanken, alle diese Charaktere (es kam dann auch noch „Lego Raumfahrt“ hinzu) zusammen auf das große zeitreisende Piratenschiff zu versetzen. Als hier Gustl auf Jonny traf, wurde der denkwürdige und vielzitierte Aussrpuck geprägt: „Hallo Vorfahr. Ich bin dein Nachfahr.“

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