Alle paar Jahre ist es ja mal wieder so weit, dass ich zum Boßeln nicht nach Ostfriesland, sondern möglichst weit davon weg fahre. Diesmal ging es nach Berlin bzw. zum Spiel dann ins tiefste Brandenburg.

Exilboßeln macht immer ganz besonderen Spaß, wie beispielsweise damals in Greifswald. Man lernt immer interessante Leute kennen. Aber da der Gastgeber dieses Spektakel bereits seit einigen Jahren regelmäßig veranstaltet, waren die meisten nichtfriesischen Teilnehmer bereits halbwegs mit dem Spiel vertraut. Aber auf die Reaktionen der örtlichen Eingeborenen kann man sich verlassen. Immer schön, wenn mitten im tiefsten Nichts der Mark Brandenburg ein rostiger Kleinwagen neben einem hält, das Fenster heruntergelassen wird und man im breitesten Berlinerisch vernimmt: „Ey, wat seid ihr denn für welche?“

Meine üblichen Boßelkumpels mögen es mir nicht glauben, aber ich habe in diesem Spiel nicht nur keinen einzigen Wurf versaut, sondern auch ein paar Bombenwürfe gesetzt. Es war, so glaube ich, die perfekte Spieltemperatur für mich. Minus dreizehn Grad. Das noch lauwarm aus dem Rucksack geangelte Bier wurde in der Hand ungewohnterweise immer kälter und man musste rasch trinken, bevor es gefror. Selbstredend hat meine Mannschaft gewonnen.

Erkenntnis des Tages war für mich aber dennoch, dass der Eurocity aus Budapest ausgerechnet in Dahlewitz Station macht und die da dann 20 Euro von einem haben wollen, wenn sie einen die paar Meter mit nach Berlin nehmen sollen.

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