Gestern glaubte ich zunächst, eine neue Redensart gelernt zu haben, wie sie von jungen Leuten benutzt wird. „Etwas von Bullerbü erzählen“, im Sinne von „jemandem was vom Pferd erzählen“, also irgendwelchen Unsinn von sich geben.

Ich musste aber bald feststellen, dass es irgendwie anders gemeint war. Die Aussage des jungen Mannes, dass er nicht mehr wolle, dass ihm „die alten Leute immer einen von Bullerbü erzählen“, war nämlich offensichtlich vollkommen ernst gemeint.

Die Sinnhaftigkeit des Anliegens blieb zunächst nebulös, da der junge Gesell nachdrücklich glaubhaft machte, dass er nichts mehr von schleswig-holsteinischer Geschichte und Bullerbü hören wolle. Immer würden die alten Leute in einem nahen Altersheim darüber reden wollen, also gehe er da nicht mehr vorbei. Er wisse jetzt wahrlich genug über die lokale Historie.

Als ich gerade begann, an der geistigen Gesundheit des Mannes zu zweifeln, stellte sich heraus, dass doch nur eine simple (?) Verwechslung vorlag.

Gemeint war nicht Bullerbü, sondern Haithabu.

(Wer kennt ihn nicht, Astrid Lindgrens Klassiker „Die Kinder von Haithabu“?)

Ich glaubte dann erst einmal doch nur an eine kurzzeitige Verwirrung des jungen Mannes. Als er aber schließlich auch noch Dachlatten mit Fußleisten verwechselte, erkannte ich ein System…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.