Willkommen zum alljährlichen Termos-Taten-Silvesterorakel. Aber ich muss zugeben: Das Orakel ist träge. Es war ein langes und anstrengendes Jahr und ich bin in den letzten Stunden desselben nicht in der Verfassung, mit schwerem Blei zu hantieren. Ohne Orakelsprüche kann ich euch, meine lieben Leserinnen und Leser und Lieblingsmenschen, ja aber auch nicht in das Jahr 2020 entlassen. Also überlegte ich. Erneut kam mir in den Sinn, meine – mittlerweile fertiggestellte und ganz bestimmt von meiner hellsichtigen Kraft erfüllten – Doktorarbeit als Quelle für die Vorhersagung heranzuziehen.

Aber das wäre zu monothematisch, das kann ich euch nicht zumuten. Aber dabei kam mirjedoch ein anderer Gedanke. Ich habe zwangsläufig beim Erstellen dieses Machwerks sehr viel mit Büchern arbeiten müssen. Und so wurde mir klar, dass meine in den letzten Jahrzehnten entstandene Privatbibliothek natürlich auf Grundlage meiner mystischen Verbindung mit dem Kosmos kreiert wurde. Diese Bücher symbolisieren Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit und Paralleldimensionen und alternative Realitäten. Alles.

Also kriegt jeder von euch einen Buchtitel als Weissagungsspruch für das kommende Jahr. Die inhaltliche Bandbreite dieser Bücher ist groß. In der Sammlung sind zahlreiche Lach-, Sach-, Hach- und Fachbücher, schöne Literatur, nicht so schöne Literatur, Romane und Gedichte, Regelbücher und Spielmaterial in Buchform, Wissen der Feinde und Geheimnisse der Freude, Comics, Bilderbücher, Anleitungen, Kochbücher, Klassiker, Pulp, Quatsch und auch gewöhnlicher Ramsch. Eigentlich alles. Aber auch der Moment ist wichtig für dieses Orakel. Auch Bücher, die sich zwar nicht juristisch in meinem Besitz befinden, aber dennoch ihren Weg zu mir fanden und gerade in meiner Nähe weilen, flossen in die orakelige Büchersuppe ein, aus der ich löffelte. Der Kosmos ließ mich für euch schließlich in Trance und Kontemplation genau das Richtige für jeden aus dieser Gemengelage herauspicken.

Ihr wisst alle sicher am besten, was der Buchtitel (oder gelegentlich bestimmt auch das ganze Buch) für euch bedeutet. Vielleicht sofort, vielleicht im Laufe des Jahres. Des Spaßes wegen habe ich mir aber erlaubt, dem euch gewidmeten Buchtitel eine mehr oder weniger ausführliche Interpretationshilfe beizufügen. Aber mit Haftungsausschluss und ohne Gewähr.

Silvester-Orakel 2019

Nun denn: Ein gutes 2020 euch allen und allen anderen auch.

Anja: „Save the Cat!“ – Vielleicht recht wörtlich zu verstehen (rette irgendwen) oder inhaltlich. Erschaffe ein gutes Drehbuch für dein neues Jahr.

Anke: „Die Zwicks stehen Kopf“ – Versuch bloß nicht, die olle Affenfamilie zu dressieren, das klappt eh nicht. Machs dir lieber gemütlich.

Anna: „Das Dekameron“ – Oh. Pikant! Na, da gibt’s zu viele Deutungsmöglichkeiten, da traue ich micht nicht. Achte man lieber selber drauf. Wird aber sicher gut.

Anne: „Die schwarze Galeere“ – Revolution!

Anton: „Wir sind das Klima“ – Er ist buchstäblich ein Weltverbesserer im Jahr 2020.

Axel: „Geschichte Englands – Teil I: bis 1815“ – Er muss darauf achten, dass er angefangenes zu Ende bringt. Nicht nur Teil 1.

Balduin: „Die erste Mission“ – Ein alter Star-Trek-Roman. Das klingt vielversprechend. Er hat im neuen Jahr eine große Tat zu vollbringen. Mal sehen, ob man es auch mitbekommt.

Benni: „Preußen“ – Nicht zu viel Arbeiten.

Carmen: „Die Lieder Oswalds von Wolkenstein“ – Oh, schwierig zu deuten. Aber Carmen ist halt ein bisschen wie sehr altmodische Poesie.

Carolin: „Der Name der Rose“ – Ui. Das Buch verfolgt mich gerade ein bisschen. Das Jahr wird auf jeden Fall sehr vielschichtig. Und rosig.

Carter: „Die Kunst des Krieges“ – Sie kämpft souverän nieder, was niederzukämpfen ist.

Cindy: „Unheilige Allianzen: Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus“ – Um Himmelswillen, wo gerätst du da nur wieder rein. Aber zum Glück weißte ja Bescheid, wer da die Bösen sind.

Dino: „Vertellsels van Kattuuln un anner Deren“ – Oh, das Buch hab ich ganz neu und es ist sehr gut! Bestimmt wie Dinos Jahr 2020.

Dirk: „The Screaming Clock” – Hm. Entweder löst du einige bizarre Aufgaben oder es ist eine Warnung davor, dich von Terminen zu sehr treiben zu lassen.

DocDee: „The Joy of Home Distilling” – Selbsterklärend.

Dorothy: „What’s It Like in Space?” – Nicht zu viel über Dinge wundern, sondern rausfinden.

Elena: „Frauensprache – Sprache der Veränderung“ – Veränderung ist gut, denke ich mal.

Floris: „Living Together“ – Falls irgendwas ansteht, das mit gemeinschaftlichem Wohnen zu tun hat: is bestimmt ne gute Sache.

Freya: „The Moon is a Harsh Mistress” – Pass einfach ein bisschen auf, wenn du unterwegs bist und melde dich ab und zu mal.

Fritze: „Verschwende deine Jugend” – Puh! Weisse Bescheid, ne.

Füchsin: „Half-Real“ – Du bestimmst deine Realität.

Gerrit: „Neuromancer“ – 2020 wird ne harte Kost, Gerri. Aber geil.

Gunnar: „Fernweh ist ne Scheißidee“ – Ja komm, muss nicht immer der Hollmenkollen sein. Woanders ist auch ganz gut.

Hannes: „Die Meistersinger von Nürnberg“ – Wagner kommt natürlich beim Hannes. Musste ja sein. Aber bedeutet dann wohl, dass er Meisterliches vollbringen wird.

Hauke: „Die klassische Sau“ – Ouh! Errrrrotik!

Helge: „Der Schrecksenmeister“ – Bei sag ich da besser nichts weiter zu, dat kannste selber bestimmt genau einordnen. Alter Pädagoge.

Henrike: „The Iron Dream“ – Nicht die Träume aufweichen lassen.

Hilko: „Berge des Wahnsinns“ – Nichts ist 2020 zu hoch oder zu bescheuert.

Jan G-Punkt: „Là-bas – Tief unten“ – Das klingt jetzt erstmal schlimmer, als es ist. Das heißt nämlich vor allem, dass es Geheimnisvolles zu entdecken gibt.

Johanna: „History vs Women: The Defiant Lives that They Don’t Want You to Know” – Ihr möchte man 2020 nicht in die Quere kommen.

Jutta: “Glühende Rätsel” – Hm. Du? Oder die anderen? Heckst irgendwas aus? Läuft gut.

Julia: „Schnapsi“ – Ab und an ma bisschen Spaß gönnen.

Karl Kanal: „Der Gottkaiser des Wüstenplaneten“ – Offensichtlich geht es für Karl 2020 in der Hierarchie ordentlich nach oben.

Keike: „Vereine gründen und erfolgreich führen“ Vielleicht ist hie und da etwas Organisation nötig. Aber dat wird se schon rechtzeitig bemerken.

Lara: „Donald mal ganz anders“ Laras lange verborgene geheime Seite kommt 2020 an die Oberfläche und sie tut viel Gutes. Wie Phantomias.

Lena: „Sieben Sonnen“ – Viel Licht, wenig Schatten.

Lotta: „Die unendliche Geschichte“ – Es besteht Gelegenheit, dass sich irgendwas verstetigt. Ehm bisschen draufaufpassen, aber das läuft dann bestimmt gut.

m4rten: „The Medical Marijuana Dispensary” – Wat mutt, dat mutt.

Meike: „Cosmic Trigger“ – Uiuiui. Selbstentwicklung. Evolutionssprung.

Merle: „Höfische Kultur“ – Majestät wünschen? Ihr Wunsch ist dem Kosmos Befehl.

Michaela: „The Unreal and the Real: Where on Earth” – Oh, da kann man viel reinlesen. Aber es klingt gut.

Miki: „Born to Run“ – Viel selbstgemachter Fortschritt im neuen Jahr. Auf das Wohlwollen anderer nicht angewiesen.

Miriam: „Kuchen und Torten für jeden Anlass“ – Das heißt wohl ‚bleib bloß, wie du bist!‘

Mutter: „Violin for Dummies“ – Es ist nie zu spät, was neues zu lernen.

Natasa: „The Hubble Space Telescope” – Viel Weitblick. Schau in die Ferne.

Neele: „The Autobiography of James T. Kirk” – Huch! Also… tja. An Selbstvertrauen sollte es jedenfalls nicht mangeln.

Nils: „The Sudden Appearance of Hope” – Das ist nie schlecht.

Plytje: „Das Buch mit dem leisen Pups“ – Ab und an mal ein bisschen gehen lassen, is okay.

Robert: „Faust I“ – War ja klar. Der Kasus macht mich lachen.

Samantha: „Das Silmarillion“ – 2020 wird episch.

Sandra: „Cthu-Louise“ – Tja. Wahrscheinlich gibt es 2020 ein ganz unwahrscheinliches Crossover bei Sandra

Sarah: „Garfield hangs out“ – Bisschen entspannen ab und an.

Simona: „Objektivität“ – Monis geschulter Blick ist 2020 von großem Nutzen.

Sinje: „Schlafen können“ – Viel Zeit für sich selbst nehmen, das muss und darf sein.

Sonia: „Handbuch für Optmimisten“ – Offensichtlich wird alles gut.

Steffi: „Corrinis – Stadt der Abenteuer“ – Urlaub? Oder Wohnort? Langweilig wird’s nicht.

Tamtam: „Häl än junk“ – Hell und Dunkel. Bei Schatten gibt’s auch immer reichlich Licht.

Teelka: „Entweder ästhetisch – oder religiös?“ – Teelka, du bist mir eh über. Entscheide selbst.

Theus: „Der lange Abschied“ – Raymond Chandler! Sehr gut. Es wird schmutzig, aber großartig.

Traute: „Kompakt-Grammatik Spanisch“ – Irgendwas mit Spanien. Dafür hätte man wohl kein Hellseher sein müssen, denke ich.

Uke: „Vom Ancien Régime bis zur modernen Welt“ – Uke stürzt den tyrannischen König.

Verena: „Der kosmische Lockvogel“ – Hm. Du führst doch irgendwas wunderliches im Schilde…

Wendy: „The Book of Nonsense” – Sehr gutes Buch, sehr gutes Jahr, alles sehr wendyesk.

Wiebke: „Andre the Giant“ – Nicht mit Wiebke anlegen 2020.

Dr. WoTan: „Genie & Arschloch“ – Nun. Also. Es muss halt manchmal die Brechstange sein, ne.

2 Comments

  1. Dr. woTan

    Sehr geehrter Herr Temmo,
    vielen Dank für das Orakel.
    Wir wünschen ein gutes neues Jahr.

    MfG
    Dr. woTan

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