Muss jetzt also ein paar Tage nachholen. Also: Den Dienstag Abend verbrachte ich größtenteils damit, bei meiner „Nachbarin“ Yasmin Fernsehen zu gucken. Unter anderem sahen wir dabei eine Dokumentation über so einen Piraten, der annodazumal sein Unwesen in der Karibik trieb. Dies widerum trieb uns dazu, am folgendem Tag den ollen Kinofilm dazu anzusehen, der zur Zeit läuft.

Auch wenn der Film nicht der Mordsreißer ist, sind Piraten natürlich spitze. Da wünscht man sich geradezu ein Holzbein, eine Augenklappe und ein Fass voll Rum.

Wenigstens den Rum habe ich dann gestern Abend bekommen. Nachdem wir bis 21 Uhr Seminare hatten, dachten wir uns: Gehen wa doch noch was trinken. Wir landeten in einem Laden, den ich unter normalen Umständen wohl nicht betreten würde. Yuppies und laute RnB-Musik und so. Nicht so hundertprozentig mein Geschmack. Aber wenn man mit den richtigen Leuten da ist, geht auch das.

Der Untergang begann, als ich mir von Philine einen sündhaft teuren Cocktail aufschwatzen ließ. Im Nachinein stellte ich dann fest, dass mein Getränk zu drei Vierteln aus verschiedenen Rumsorten bestand. Dazu kamen dann noch ein paar andrer Alkoholika und ein paar Früchte. Das war zunächst zu viel auf meinen nüchternen Magen, deswegen wollte ich eigentlich um 12 nach Hause. Allerdings wollten die Kollegen gerne noch ein wenig weiter, also bin ich mit.

Im Schanzenviertel habe ich dann den schärfsten Döner meines Lebens gegessen. Lecker war der, aber scharf wie hulle. Jedenfalls brachte der mich wieder auf Trab und das war auch nötig. In der schmierigen Kneipe, in der wir dann waren, gab es nämlich einen Billardtisch. Da haben ich und Philines Freund Christian zunächst die Yasmin und die Philine in Grund und Boden gespielt, Danach wurden wir allerdings von zwei Einheimischen herausgefordert. Die waren zwar ziemlich betrunken, aber dafür auch ziemlich gut. Wir waren nur betrunken.

Dann ging es weiter in Richtung Kiez. Hier landeten wir in einer noch heruntergekommenden Absteige, die nur von einer Handvoll Betrunkener und vier Mädels auf der Tanzfläche bevölkert war. Während ich ab hier ziemlich in den Seilen hing, muss ich unserem Seminarleiter Respekt zollen. Der war von der Tanzfläche gar nicht mehr runterzubekommen und fit wie ein Turnschuh, obwohl der 20 Jahre älter ist als ich. Als der Laden dann so gegen halb vier seine Gäste unhöflichst auf die Straße setzte, ging es nach Hause.

Allerdings ist mein Zimmerkollege Matthias ziemlich stur, wenn er einen im Kahn hat. So überredete er alle, die in der Akademie wohnen und unseren Seminarleiter dazu, noch ein wenig auf dem Zimmer weiterzufeiern. Da haben wir dann Kartenpusten gespielt. Falls jemand dieses Trinkspiel noch nicht kennt: Es müssen Karten von einem Spielkartenstapel gespustet werden, der auf einem Flaschenhals liegt. Wer die letzte Karte runterpustet, muss Trinken. Ich spiele ja normalerweise keine Trinkspiele, aber zu dem zeitpunkt war mir alles egal. Außerdem ging es um mein Bier. Anderen Alkohol hatten wir nicht.

Jedenfalls hat dieses Spiel so an sich, dass man, wenn man halbwegs nüchtern ist, auch gar nicht nicht Trinken muss, weil man ohne Probleme ein paar Karten runtergepustet bekommt. Das führte dazu, dass unser Seminarleiter und Yasmin keine einzige Runde verloren. Eigentlich tranken nur Matthias und ich. Christine, die Fünfte im Bunde, zumindest ab und zu.

Irgendwann war das Bier alle. Matthias meinte heute, das wäre gut gewesen. Er würde immer so stur werden im Suff, wir hätten wahrscheinlich bis ins Koma weitergespielt, wenn wir noch was gehabt hätten. Den alkoholischen Schlusspunkt setzen jedoch noch Bier und Prosecco, die unser Seminarleiter aus irgendwelchen ominösen Quellen hervorzauberte.

Jedenfalls ging es gegen halb sechs dann endlich ins Bett. Und um halb neun wieder raus zum Seminar. Wir waren uns hinterher alle einig, dass es zwar alles ein Mordsspaß gewesen war, aber auch nicht sonderlich klug. Nein, gar nicht klug.

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