Gestern war die alljährliche berüchtigte Jan-Hilko-Geburtstagsparty, also ein Festival der „untersten Schubladen“. Da beweise ich jedes Jahr das Talent, mich rechtzeitig vor dem endgültigen Ausarten zu verdünnisieren – auch im Hinblick auf die notwendige Leistungsfähigkeit am folgenden Tag.

Eindrücke sammeln konnte ich jedoch genug. So halte ich auf Joachims Wunsch auch folgende Aussage von ihm hier fest: „Es ist 9.30 Uhr – Hilko zwingt mich zum Trinken.“ Und nicht nur ihn. Besonders auf Hannes hatte er es abgesehen. So nutzte er zum Beispiel die Gelegenheit, dass Hannes eine McDonalds-Tüte über den Kopf gestülpt hatte, um dessen Charly mit Sauerpower zu strecken.

Eben jenen Sauerpower hatte Hannes kurz zuvor nicht besiegen können. Er wollte die Flasche in einem Zug leeren und dabei seinen Rekord von 34 Sekunden unterbieten. Sein Versagen in diesem speziellen Fall brachte Hilko erst dazu, Hannes den ganzen Abend aufs Korn (oder auf den Korn) zu nehmen.

Jan hingegen erfreute sich an seinem neuen Warhammer-Panzer, der 120 Zoll weit schießen kann. Als er um 00.00 Uhr schließlich die Glückwünsche von seinem Vater entgegen nahm, die mit ein paar deftigen Schimpfwörtern gewürzt waren, machte Lotta ob des Umgangstons große Augen. Sie hatte sich innerlich schon fast übergeben müssen, als Hannes den Sauerpower angesetzt hatte.

Allgemeines Objekt der Anfeindung war auch Jans Bruder, der wider Erwarten den Abend nicht bei seiner Freundin verbrachte, sondern sich mit dieser in die Höhle des Löwen wagte. Das hatte zunächst zur Folge, dass er diverse Matratzen entfernte, die strategischerweise in seinem Zimmer platziert worden waren. Er hatte offensichtlich vor, dass Zimmer lieber mit seiner Freundin zu teilen, als mit ein paar Sturztrunkenen.

Kann man ja irgendwie auch verstehen, er hätte sich jedoch denken können, dass diese Aktion einige Indiskretionen provozierte („Gehst du schon wieder ficken oder was?!“). Naja. So sind sie halt, die Ostfriesen.

Ich hatte mich, wie bereits angedeutet, früh genug vom Acker gemacht, um heute Haus- und Familienfeier-Angelegenheiten halbwegs unbeschadet überstehen zu können. Gefressen wie ein Schwein. Bei der Wohnungsbesichtigung für meinen Onkel wurden natürlich allerlei Möbel hin und her geschoben. Mein Bruder Uke und meine Mutter warfen sich gegenseitig vor, keinen Geschmack zu haben, was Wohnungseinrichtung angeht.

Das ist wiederum scheiße für mich, weil ich habe dafür überhaupt kein Auge und bin auf deren Hilfe angewiesen. Aber wenn die sich nicht einigen können, bin ich ziemlich aufgeschmissen. Naja, dann wird es eben wieder eine Wohnstatt, die ausschließlich nach pragmatischen und Bequemlichkeitsgesichtspunkten eingerichtet wird. Schön wir das nicht, aber wat solls?

Uke hat übrigens als allererstes das Haus auf seine Weise eingeweiht und einen ordentlichen Schiss gesetzt. Dabei stellte er fest, dass die Nachbarn jetzt immer wüssten, das jemand am Scheißen ist, wenn das Rollo heruntergelassen wird. „Das Fenster zum Klo“ ist irgendwie ein vielversprechender Titel für einen Film.

Ich werde noch vor Heiligabend meinen Wohnsitz komplett in die neue Wohnung verlegen, allen Mängeln zum Trotz. Lästig ist vor allem, dass die Telekom nicht zu Potte kommt und das Haus nicht an Telefonnetz anschließt. Aber es wäre auch das erste Mal gewesen, dass die irgend etwas auf Anhieb zu meiner Zufriedenheit bewerkstelligt hätten. Dabei bin ich doch so Anspruchslos.

One Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.