Termos Taten

Wat mutt, dat mutt - Ein ostfriesischer Chronist der Wirklichkeit

Donnerstag, 8. Juli 2010, 21:48 Uhr

Also wirklich. Aber der Reihe nach.

Gestern hatten wir Friesen-Stammtisch, gekleidet in gemeinsames Grillen, Trinken und Fußball gucken. War ein sehr netter Abend, ich war ausgesprochen gut gelaunt und es wurde auch etwas später, bevor ich dann schließlich nach Hause lief. Sehr netter Abend.

So, heute dann ich ganz normal halt aufgestanden und so und zur Uni. Und alle möglichen Leute, bevorzugt welche, die gestern Abend nicht dabei waren, sagten mir Dinge wie: “Temmo, dafür dass du gestern so gesoffen hast, sieht du aber gut aus.” Oder: “Von dir habe ich ja Sachen gehört, du sollst ja tierisch betrunken gewesen sein gestern Abend.” Und sowas, die ganze Zeit.

Man ist gut gelaunt, und schon wird überall rumerzählt, ich wäre sturzbesoffen gewesen. Der Hohepunkt kam dann aber zum Ende des Uni-Tages. 18 Uhr, letztes Seminar des Tages bei Frau Schmidt. Die  kam rein, sah mich an und sagte: “Nach dem, was ich von Ihnen gehört habe, hätte ich nicht erwartet, Sie heute im Seminar zu sehen.”

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Mittwoch, 7. Juli 2010, 14:09 Uhr

Und ich habe gestern so gehofft, dass Oranje die hinterfotzigen Uruguayer so richtig zerstört. In den Erdboden stampft. Aus den Geschichtsbüchern tilgt. Aber nix.

Dann müssen das die Spanier am Sonnabend halt besorgen.

Edit: Oder halt jemand anderes.

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Mittwoch, 7. Juli 2010, 14:05 Uhr

Ich bin nun im übrigen stolzer Besitzer des hässlichsten und billigsten Mobiltelefons, das ich auftreiben konnte. Das klaut mir bestimmt niemand, das sieht aus, als wäre es nicht echt. Als würde man mit einem Schwall Wasser oder einem Stromschlag bedacht, wenn man da auf einen Knopf drückt.

Aber das Beste ist: in der offiziellen Produktbeschreibung wird damit geworben, dass man aufgrund des edlen Designs dieses wunderlichen Stücks Technik in den höchsten Kreisen und in der High-Society mit dem Telefon Eindruck schinden kann. Da bin ich ja mal gespannt.

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Sonntag, 4. Juli 2010, 15:22 Uhr

Alle paar Wochen fahre ich nach Hause ins schöne Ostfriesland. Eine besondere Freude ist es immer, die kleinen Veränderungen zu beobachten, die sich während meiner Abwesenheit in der Wohnung ergeben haben.

Meistens lässt sich das ganz einfach erklären und zur Kenntnis nehmen. Dann kann ich mir sagen: “Oh, Mutter war hier und hat die Blumen gegossen.” Oder auch: “Ja, mein Bruder war da und hat noch immer nicht gelernt, welcher der Papiersack und welcher der Wertstoffsack ist.”

Aber diesmal muss ich mich fragen: Was machen diese riesigen Kerzen auf dem Klo???

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Freitag, 2. Juli 2010, 23:17 Uhr

Was für ein dreckiger Uru-Sieg. Die sind ja fast so schlimm wie die Franzosen. Bah. Entscheidende Tore per Hand verhindern ist ja fast noch schlimmer als entscheidende Tore mit der Hand machen. Hoffentlich sperren sie den Kerl mindestens für zwei Spiele. Ekelhaft.

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Freitag, 2. Juli 2010, 17:50 Uhr

Haha olé olé! Die Niederlande sind wieder da! Jetzt wirds endlich wieder lustig.

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Donnerstag, 1. Juli 2010, 23:47 Uhr

Falls die Gebühreneintreibemafia hier mal wieder vorbei kommt, dann werde ich angeben, dass ich mit meinen drei Mädels nicht in einer WG sondern in einer ehe-ähnlichen Gemeinschaft lebe.

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Donnerstag, 1. Juli 2010, 23:29 Uhr

Dieses ganze Gestresse um die Masterbewerbung und die Noten und die nötigen ETCS-Punkte macht einen ganz wahnsinnig. Jetzt träume ich sogar schon von der Uni. Ich habe geträumt, dass ich in einer unangekündigten Altfriesischklausur ne 4 geschrieben habe. Das war aber gar nicht so schlecht, weil alle anderen hatten ne 5.

Aber jetzt kommts: die Note hat sich dadurch ergeben, dass ich zwei Fehler gemacht habe und diese im Quadrat genommen wurden.

Wie bei den anderen die 5 hinbekommen haben, weiß ich allerdings nicht, so mit 2,24 Fehlern oder so. Aber ich sehe noch genau vor mir, wie mir mein Professor das vorrechnet.

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Sonntag, 27. Juni 2010, 20:11 Uhr

Eine junge Dame verließ heute das gemeinschaftliche Fußballgucken, nachdem Özil ausgewechselt worden war. Ohne “den Mesut” war das Spiel nicht mehr interessant für sie.

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Mittwoch, 23. Juni 2010, 20:04 Uhr

Eben kam meine Mitbewohnerin ins Zimmer gestürmt und rief entrüstet: “Thomas Müller ist verheiratet? Der ist doch erst 20! Wie kann man denn…. also was soll das… man! Ich wollte den heiraten!”

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Montag, 21. Juni 2010, 12:15 Uhr

WM ist irgendwie Mist in diesem Jahr. Wenn einen sogar die Spiele der Niederländer, Engländer und Brasilianer tödlich langweilen, dann stimmt irgendwas nicht. Mit mir oder mit der WM.

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Donnerstag, 17. Juni 2010, 21:19 Uhr

Nur auf Mittsommerfeiern trifft dieses sonderbare Publikumsgemisch aus Gothics und Hippies.

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Dienstag, 15. Juni 2010, 22:06 Uhr

Wer macht denn da nun schon Autokorso mit Gehupe? Und vor allem: WARUM?

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Montag, 14. Juni 2010, 11:49 Uhr

Irgendwo hier in der Straße wohnt so ein Arsch mit einer von diesen Uwe-Seeler-Tröten. Ich prophezeie, dass der irgendwann in den kommenden vier Wochen von irgendjemandem gehörig die Fresse poliert bekommt. (Alternativ wird man ihm vielleicht auch seine Tröte in die Nase schieben.)

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Sonntag, 13. Juni 2010, 4:41 Uhr

Ich habe ein grundsätzliches Problem mit der Gesellschaft: man findet die Cocktails, die ich mische, grundsätzlich zu stark. Man darf eben nie vergessen, dass man in der “Großstadt” ist. Von Schnaps und Sturmflut haben die keine Ahnung hier.

Meine Mitbewohnerin ist noch nicht wieder zu hause. Unangemessener Weise gefällt mir das gar nicht.

Zudem brach ein Kollege eine gute Stunde vor mir von der kleinen Feier auf, auf der wir waren. Trotzdem lief er mir auf meinem Heimweg über den Weg. Zeitloch, Umweg oder Alkohol müssen da im Spiel gewesen sein. (Oder einfach die Tatsache, dass ich einen Teil meines Heimweges in einem Großraumtaxi zurücklegen durfte.)

Im WG-internen WM-Tippspiel führe ich immer noch. Ich bin im Reigen der Nullnummern der mit den am wenigsten jämmerlichen Ergebnissen.

Auf der Straße unter meinem Schlafzimmerfenster versucht ein Mitbürger mit mangelnden Deutschkenntnissen zu rappen. Dabei entstehen Stilblüten wie: “Ich fick dir in den Krankenhaus.” Interpretationsspielraum ist gegeben.

Der Taxifahrer eben konnte an meinem Geruch erkennen, was ich gegrillt hatte.

Eine Kommilitonin (furchtbar studentisches Wort) fürchtete, man könne sie und mich für ein Liebespaar halten. Unverschämtheut.

Eine ehemalige mehr als schlanke (= reichlich dürre) Mitstudentin hat nichts dagegen, wenn ich sie “Moppelchen” nenne.

Und dann war da noch die sehr liebe Hündin (Boxer-Mischling mit ausgeprägtem Kindchenschema), die ich sehr mochte. Und ich dachte, sie mochte mich auch. Aber es war nur das Grillfleisch, das ich in der Jackentasche hatte. Immer das Gleiche: die Frauen wollen nur mein Fleisch,

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Samstag, 12. Juni 2010, 19:12 Uhr

Fußballgucken mit einer Mitbewohnerin.

Temmo (fachsimpelt): “…und die haben ein paar ganz großartige Fußballer in ihrer Mannschaft.”
Mitbewohnerin: “Und so schöne Schuhe!”

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Freitag, 11. Juni 2010, 22:50 Uhr

Beim WG-internen Tippspiel führt der Termo nach zwei Partien souverän.

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Donnerstag, 10. Juni 2010, 1:28 Uhr

Die hiesigen Abiturprüfungen müssen gerade gelaufen sein. Die Kieler Diskomeile wirkt wie der reinste Babystrich.

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Mittwoch, 2. Juni 2010, 18:52 Uhr

Irgendwas muss ich an mir haben, dass ich in letzter Zeit immer wieder von alten Damen unprovoziert angesprochen werde. So auch neulich beim Einkaufen. Eine Omma dreht sich plötzlich zu mir um und sagt vorwurfsvoll: “Ich dachte dass sei Brause, dabei ist das Vodka. Das hab ich gleich wieder zurück gelegt.”

Ich sagte dazu nur etwas überrumpelt: “Die Enkel hätten sich gefreut.”

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Montag, 31. Mai 2010, 17:01 Uhr

Ich weiß, es gilt als unschön, bereits am Tag des Rückstritts von Köhler-Horst Namen für die Nachfolge ins Spiel zu bringen, aber ich bin da halt nicht so. Ich meine, wir brauchen Oliver Kahn.

“Deutschland braucht mehr Eier! Ja, Sie haben richtig verstanden: Eier!”

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“Heiraten bedeutet das Mögliche tun, um einander zum Ekel zu werden.”
 Schopenhauer

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